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In dieser Rubrik werden
verschiedene Ferienreisen
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Trotti-Reise nach Locarno |
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Irene Meyer vom Velo-Huus verfügt über
viel Erfahrung im Verreisen mit wenig Gepäck. Nachfolgend ein kurzer
Reisebericht über ihre Trottiferien. |
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Links Simone Bohner, rechts Irene Meyer (Velo-Huus) |
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Trottifahrt von Romanshorn nach Brienz
Eigentlich hätte Simone Bohner und Irene Meyer
diese 5-Seen-Reise gerne zu Fuss absolviert, aber dafür reichte die Zeit
nicht aus. So entschieden sie sich für Sidewalkin oder schlicht für’s Trotti.
Die Mini-Trottis wurden mit Packtaschen, Rückspiegel und Flaschenhalter
ausgerüstet. Das grosse Gepäck kam in die Rucksäcke. Am 02. August 2003
wurde in Romanshorn gestartet. Während 11 Tagen, resp. 300 Kilometern führte
die Reise vom Bodensee entlang der Route 5 zum Bielersee. Weiter auf Route 8
zum Wohler-, Thuner- und Brienzersee. Es gab mühsame Strecken entlang von
Autobahnen, lange Fussmärsche über Schotterstrassen, kühle Abfahrten im Wald
und viele erholsame Stunden entlang der Seen und Flüsse! Fazit: So bald als
möglich wieder auf Tour! Die beiden wurden öfters gefragt, was am
Trottifahren so toll sei? Nun, diese Art der Fortbewegung ist eine
wunderbare Kombination aus Wandern bergauf, ausruhen auf dem Trittbrett
bergab und entspanntes gleiten im Flachen. Eine weitere Frage war, ob die
Hüft- und Beinbelastung nicht zu gross sei? Dank dem regelmässigen
Beinwechsel auf dem Brett gab es weder Hüft- noch grosse Beinschmerzen.
Zumal gewisse Passagen zu Fuss absolviert werden mussten, was für
Abwechslung sorgte. Zugegeben, die Beine waren in der Schlussetappe schon
etwas schwer. Was jedoch wirklich Probleme machte war die grosse Hitze. Die
Tagesetappen (max. 50 km) wurden deshalb zwischen 06.30 Uhr und 12.00 Uhr
zurückgelegt. Die restliche Zeit musste im Hotelzimmer oder am See
abgewartet werden, denn mit 35° C war es einfach zu heiss für sonstige
Aktivitäten. In diesen 11 Tagen sahen die beiden Frauen ein buntes Spektrum
der Schweiz: Grosse Obstplantagen in Mostindien, Flughafenatmosphäre in
Zürich-Kloten, Stadt- und Industriegebiete, weite Flusslandschaften, sanfte
Wald- und Hügelketten, schöne Rebbaugebiete und ein wunderbares
Alpenpanorama am Thuner- und Brienzersee. Wer noch mehr über Sidewalkin
wissen möchte, kann sich in der Frauenwerkstatt Velo-Huus Langenbruck
melden.
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Eine weitere Reise, diesmal jedoch über den
Gotthardpass! |
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Links Irene Meyer (Velo-Huus), rechts
Simone Bohner |
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Trottifahrt von Langenbruck nach Locarno
Sidewalkin oder schlicht Trottifahren heisst ein grosses Hobby von Simone
Bohner und Irene Meyer (Velo-Huus Langenbruck). 2004 ging die
Reise vom Bodensee quer durch die Schweiz bis nach Brienz. In diesem
Sommer nahmen sich die beiden Frauen die Nord-Südachse vor. Am 05.
August 2004 wurde in Langenbruck gestartet. Während 8 Tagen, resp. 300
Kilometern auf der Route 3 führte die Reise durch das schöne Suhrental
zum Sempachersee und weiter über Land zum Vierwaldstädtersee. Um die
gefährliche Axenstrasse zu umgehen, wurde die Strecke Beckenried-Bauen
mit dem Schiff zurückgelegt. Von dort fuhren sie entlang dem „Weg der
Schweiz“ bis Flüelen. Bis jetzt war die zurückgelegte Strecke
mehrheitlich flach. Ab Erstfeld ging es dann jedoch stetig bergauf.
Die Tagesetappen wurden kürzer, denn laufen war angesagt. In
Hospenthal, der letzten Station vor dem Pass, wurden die Trottis
nochmals gecheckt und warme Fleecejacken und Handschuhe bereitgelegt.
„Am Dienstag, 10. August sind wir um 06.45 Uhr in Richtung Gotthard
Hospiz gestartet. Der Himmel war bedeckt und wir mussten während 2 1/2
Stunden im starken Gegenwind laufen. Auch wurde der Nebel auf dem Pass
immer dichter. Es waren lange 9 Kilometer bis zum Ziel, dem „San
Gottardo“ auf 2091 Metern! Um so grösser war die Freude, als wir es
geschafft hatten. Nach einer kurzen Erholungspause starteten wir zur
30 Kilometer langen Abfahrt – das Highlight für jeden Trottifahrer –
bis nach Faido.“
Die Wolken auf dem
Gotthard hatten den Wetterumschlag bereits angekündigt. Die nächste
Tagesetappe (47 Km) bis nach Bellinzona musste im Dauerregen
zurückgelegt werden. Mit etwas schweren Beinen, aber überglücklich
erreichten sie am 12. August das schöne Locarno. Die Reise war voller
Gegensätze: ruhige Flusslandschaften, wunderschöne Seen, verschneite
Gebirgsketten, Palmen im Tessin, aber auch tagelange Fahrten entlang
von Auto- und Eisenbahnlinien! Die beiden Frauen sind bereits wieder
am Planen einer neuen Reise. Ob diese im nächsten Sommer stattfinden
wird ist noch unklar, denn sie möchten auch ihr zweites Hobby einmal
ausgiebig ausleben: das Goldwaschen. Wer mehr wissen möchte über die
Sportart Sidewalkin, kann sich in der Frauenwerkstatt Velo-Huus
Langenbruck (www.velo-huus.ch) melden.
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Irene Meyer kam auf die Idee, dass sich von ihrer Kundschaft vielleicht die
einen oder anderen für eine solche Veloreise interessieren könnten. Sei
es einfach aus Interesse, um ein bisschen zu träumen oder als Vorbereitung
auf eine eigene grosse Tour. Für
mich ist es ein Vergnügen von meiner Reise zu berichten.
Gleichzeitig habe ich aber noch eine eigene Homepage, auf der ihr ausser den
Berichten noch Fotos anschauen könnt. Der
Link dazu ist:
http://barbara-russlandreise.blogspot.com/ |
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Ich heisse Barbara Schaub
(Bild rechts) und komme aus einem mittelgrossen Dorf im Baselbiet. 2004
schloss ich das Lehrerseminar ab und arbeitete 3 Jahre an einer Schule im
Schwarzbubenland (SO). |
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Letzten Sommer unternahm ich mit meiner Mutter die erste längere Velotour
nach Budapest, danach flog ich für 4 Monate nach Russland. Dort ging ich zur
Schule, um die Sprache zu lernen und machte zwei Praktika. Eines in einer
Primarschule (ich unterrichtete Deutsch) und eines im Zoo (Mäuseabteilung).
Es war eine geniale Zeit und hat meine Neugierde auf dieses Land noch
verstärkt. |
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Übers Internet suchte ich einen Reisepartner oder eine Reisepartnerin.
Nachdem ich die Hoffnung schon fast aufgegeben hatte, meldete sich Erika
(Bild links). Nach einem Abend war bereits klar, wir gehen zusammen auf
Tour. Nun bin ich gespannt auf eine lange und abenteuerliche Reise nach und
durch Russland... |
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Start: 2. Mai 08 ð
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Buochs
Luzern
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Chur |
Scoul |
Innsbruck |
| Wasserburg |
Passau |
Budweis
Tschechien
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Brno
Tschechien
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Polen
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Vilnius
Litauen
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Riga
Lettland
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Tallinn
Estland
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Moskau
Russland
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Goldener Ring
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| St. Peterburg |
Irkutsk
Sibirien
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Baikalsee
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Ulan Ude
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Flughafen ZH
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Reisevorbereitungen |
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Kaum
zu fassen, noch knappe zwei Wochen bis zum Aufbruch auf eine lange,
ungewisse Reise. Noch tausend Dinge zu erledigen, noch so viele Fragen...
wie soll ich realisieren können, dass ich bald für fast fünf Monate alles
hinter mir lasse??? Losziehen mit einer jungen Frau, die ich im Grunde kaum
kenne.
Spannend ist es, ganz klar! Freue ich mich? In bestimmten Momenten,
besonders beim Planen, doch dazu mischt sich immer auch der Schmerz des
Zurücklassen müssen.
Vor dem Abschied graut mir...
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Vorbereitet bin ich eigentlich optimal. Ich
besuchte einen Selbstverteidigungskurs mit Einbezug des Pfeffersprays, las
Reiseführer von mehreren Ländern, habe alle Zähne flicken lassen, war 4 Monate in Russland um die Sprache zu lernen
und ganz wichtig, ich habe gelernt mein Velo zu flicken. Irene Meyer (Velohuus
Langenbruck) hat mich dafür unter ihre Fittiche genommen und mir das
Wichtigste an drei Morgen erklärt und mich üben lassen. Nochmals herzlichen
Dank, Irene!!!
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Mein
Traum beginnt...
Çnach
oben
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Gerade war ich noch zu Hause, war voll drin in meinem
Leben. Gemütlich, schön,
einfach, mit Mikrowelle und Waschmaschine, Auto vor dem Haus und, und,
und... Der Abschied war schwer und ich begriff mich selber nicht, weshalb
ich mir das antue und trotzdem... Natürlich ist das Planen und Träumen im
Vorfeld einfach, doch plötzlich geht’s zu schnell, Zweifel, Ängste... das
Loslassen ist schwer doch das Nomadenleben ruft. Viele träumen ein Leben
lang, so eine Schulkollegin die schon seit der Primarschule davon spricht
nach Australien zu fliegen. Sie besitzt Bücher, Bilder... und sie träumt
noch immer. Nun gut, ich bin nun einmal gestartet meinen Traum zu
verwirklichen... ob ich danach glücklicher bin? Wir werden sehen...
Los fuhr ich am 2. Mai 2008. In Begleitung meiner
Mutter machten wir noch einen Abstecher zu guten Freunden, von denen ich
mich unbedingt noch verabschieden wollte, danach kam bereits der erste Pass
(der untere Hauenstein). Bereits in Trimbach gab’s den ersten Halt. Ich
musste für vorne grössere Taschen kaufen, es war einfach alles zu eng.
Nun mussten wir kräftig strampeln, denn wir sollten
um 16.00 in Luzern sein, wo ich meine Reisepartnerin (Erika) treffen wollte.
Danach ging’s ans erste Etappenziel nach Buochs auf den Campingplatz. Meine
Eltern und zwei Freunde haben dort einen Wohnwagen und so traf sich nochmals
die ganze Familie zu einem Abschiedsessen. Sabine und Edith, vielen Dank
fürs Kochen!!! Am nächsten Morgen fuhren Erika und ich alleine
weiter. Allerdings legten wir den ersten Teil bis Flüehlen mit dem Schiff
zurück. Ein sanfter Einstieg doch umso happiger ging’s weiter. Die Strecke
bis Flüehlen brachte uns mit dem vielen Gepäck recht ins Schwitzen... Da der
Oberalppass noch geschlossen ist (puuuuh), mussten wir den Zug nehmen...
Nach 20.00 trafen wir auf einem Zeltplatz in Trun ein und kochten bereits im
Halbdunkeln ein Festessen (Safranrissotto und Cervelats). Am nächsten Tag
sollte es ja locker runter nach Chur gehen, doch wir sollten eines Besseren
belehrt werden... |
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Richtung Graubünden... |
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Tja, die Hauptstrasse nach Chur ginge tatsächlich
immer schön runter, doch wir folgten dem Veloweg 2, der oft über
unbefestigte Strassen führte und uns nicht wenige Höhenmeter und einige echt
knackige Steigungen bescherte. Eine war echt zuviel... die Steigung war so
steil, dass ich es nicht bis oben schaffte und mein Versuch, das Fahrrad
hochzuschieben, misslang kläglich... Verloren hing ich am Hang, bis Erika
mir zu Hilfe kam (leider sind alle Muskeln in meinen „Wädli“, so dass nichts
mehr für meine Arme übrig bleibt...). Trotzdem, die Strecke lohnte sich,
traumhaft, sehr empfehlenswert... Später als geplant kamen wir in Chur an,
wo wir nach einem Panini caldo von Erikas Freundin Sereina mit einem
besonders leckeren Eiskaffee verwöhnt wurden. Vielen Dank für die geduldige
Beherbergung (die Müdigkeit liess mich erstummen und Erika zu einer
kichernden Schwatzbase werden). Nun gehen wir noch auf ein Bier in die Stadt
und geniessen den Abend, morgen steht uns wiederum eine harte Etappe bevor. |
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Von
fliegenden Hunden, fliegenden Erikas und fliegenden ID´s |
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Auf meiner Reise kann mir ja
wirklich nichts mehr passieren. Ich besitze Pfefferspray, Dolch und ganz
wichtig… einen fliegenden Schutzengelhund. Schon von verschiedenen Seiten
wurde dieser kleine Kerl mit der Punkfrisur und den silbrigen Flügelchen
belächelt, doch während Erika das Fliegen jeweils selber übernimmt (und zwar
nicht gerade sanft), lotst mich mein Schutzengelhund an fiesen Pfosten
mitten im Weg sicher vorbei… Rückspiegel haben aber auch wirklich etwas
heimtückisches an sich, denn genau als Erika voller Freude in diesen
hineinsah und feststellte, dass er echt funktioniert, machte sie einen
Überschlag. Zum Glück ging alles glimpflich aus (übrigens Clizia, das
geschah etwa 3 Minuten nachdem du uns verlassen hattest).
Unsere Reise führte uns von Chur aus noch über einige
kleinere Hindernisse (Berge) ins Engadin. Hier trafen wir doch tatsächlich
noch auf Schnee und mussten ab und zu sogar unsere Räder schieben. Obwohl
die Strecke unerwartet anstrengend war, (der Inn scheint mal rauf, mal
runter zu fliessen), konnte Erika nicht entmutigt werden. Kaum war sie
wieder keuchend oben angelangt, schwärmte sie bereits wieder strahlend von
der „Glatscheria“ in Scuol. Ich hätte schon fast eine „Strichliste“ führen
sollen: Wie oft kam heute das Wort „Glatscheria“ vor. Der Tag war gerettet,
als diese dann auch wirklich offen hatte… (meine grösste heimliche Sorge).
Begleitet wurden wir von Chur bis anfangs Österreich von Clizia, einer
aufgestellten Churerin, die im letzten Jahr ebenfalls eine Woche durch
Russland, einige Wochen durch die Mongolei und anschliessend noch durch
China gefahren war. Wir liessen sie beide nur ungern abreisen.
Vor Österreich hatten wir allerdings noch ein
kleineres Problem. Erikas ID fehlte. Alles wurde ausgepackt, alle Winkel
durchsucht, Täschchen in Täschchen, in Täschchen… und doch keine Spur… Ein
Anruf zu Hause brachte Klarheit. Sie musste aus dem Stapel mit wichtigen
Dokumenten herausgerutscht sein und lag unter einem Stuhl. Eine
Notübergangsberechtigung wurde gelöst und die ID nach Kufstein
nachgeschickt. Nun haben wir alles zusammen, so dass es morgen nach
Deutschland weitergehen kann (ich freue mich schon sehr auf die bayrischen
Bäckereien). Überhaupt ernähren wir uns sehr gut, kaufen Fleisch und Gemüse
und bruzeln uns stets etwas leckeres. Heute geniessen wir einen Velofreien
Tag in Kufstein, morgen geht’s weiter nach Deutschland. |
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Bald
wirds ernst...
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Bisher wars ja wirklich "schoggi"... immer fand man
einen Camping oder eine Herberge, konnte schon am Morgen auf der Karte
schauen, wo man am Abend übernachten könnte...Doch bald stechen wir nach
Tschechien rauf, wenn auch noch nicht ganz klar ist wo. Anscheinend steht
zwischen Passau und Tschechien so ein blöder Berg im Wege... Gestern
übernachteten wir auf einem Camping in Braunau, das war echt der Hammer. Wir
wurden schon überaus freundlich empfangen und als wir gerade alles
aufgestellt hatten und in die Stadt wollten, wurden wir eingeladen zum
Buffet-leer-essen... anscheinend war vor uns eine Gruppe da, die ein Buffet
bestellt hatte. Wow, war das lecker!!! Wir füllten unsere Teller mit
Knödeln, viel Fleisch, Teigwaren... ein Traum. Dazu gabs einen viertel
Weisswein woraus drei wurden, da der Chef überaus spendierfreudig war, alles
ablehnen half nichts. Dazu gabs gratis Schauermärchen über Tschechien...
abgeschreckt wurden wir trotzdem nicht, im Gegenteil, wir brennen darauf
nach Tschechien zu kommen und uns davon zu überzeugen, dass dort eben auch
nur Menschen leben.
Zwischendurch, wenn wir schon eine Weile unterwegs sind werden die
Stöpsel montiert und wir hören Musik. Meine Schwester Sabine hat mir ein
solch kleines Ding mit über 400 Liedern zum Abschied mitgegeben. Nochmals
vielen Dank!!! Es ist einfach genial wenn man auf einer geraden Strecke
fährt und dazu gute Musik hört. |
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Am Inn entlang... |
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Das Gefühl ist kaum zu beschreiben, aber
man kommt wie in eine Art Trance, spürt nichts mehr, nimmt Steigungen mit
links und fährt und fährt, ein Gefühl als könnte man ewig so weitertreten. Das
Fahrrad, die Musik, rechts der Fluss und der Wind...
Die letzten Tage waren landschaftsmässig wieder wunderschön und
abwechslungsreich. Wir fuhren immer wieder durch Auwälder, über Wiesen und
Felder an wunderschönen Bauernhäusern und unglaublich gepflegten Gärten
vorbei. Erika badete sogar schon in einem See und konnte es fast nicht
begreifen, warum ich mir das entgehen liess... aber Mami weiss, ohne
mindestens zwei Irishcoffees intus geht bei mir gar nichts : ) Auf unserer
Reise werden wir extrem oft auf unser Gepäck und unser Vorhaben
angesprochen. Mittlerweile ist unsere Antwort auf die Frage nach dem Ziel
meistens nur noch "Richtung Osten", da "Moskau" immer eine riesige Sache
auslöst und man kaum noch weg kommt vor lauter Fragen. Die Reaktionen der
Leute sind auch sehr unterschiedlich. Einige reagieren mit einem
Kopfschütteln, andere interessieren sich sehr, können sich aber so was nicht
vorstellen und bei wieder anderen spürt man eine gewisse Sehnsucht... Immer
wieder treffen wir Leute, die auf dem Jakobsweg nach Santiago di Campostella
fahren, diesen Weg schon gefahren sind oder es noch vorhaben. Sabina, das
wär doch was mit dem Fahrrad, zu Fuss mit dem schweren Rucksack sieht es
viel zu anstrengend aus : ) Brno in Tschechien ist unser nächstes grösseres
Ziel. Wie lange wir wohl dafür brauchen werden? Ich bin gespannt auf Andrea,
von der ich schon sehr viel gehört habe und die wir dort besuchen werden. |
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Jegliches
Zeitgefühl verloren
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Sind es nun zwei oder drei Tage, seit wir bei
Heidemühle erwartungsvoll über die tschechische Grenze rollten... ist heute
Donnerstag, Freitag... oder doch erst Mittwoch... Egal, solche Fragen haben
höchstens eine gewisse Bedeutung, wenn es ums Einkaufen geht - dann ist es
wichtig ob Freitag oder Samstag ist, denn die Läden schliessen Samstags
schon um 12 Uhr. Das mussten wir auch heute wieder mal merken... (Nun gibts
halt Currygeschnetzeltes ohne das Geschnetzelte : ( Zwei Wochen sind wir nun
schon unterwegs, doch durch die vielen Eindrücke und Begegnungen kommt es
mir vor, als sei es schon eine Ewigkeit her, seit wir losfuhren. Und im
Tirol, in Bayern, (natürlich auch schon in der Schweiz) dachte ich immer
wieder, diese Landschaft kann in ihrer Schönheit nun wirklich nicht mehr
übertroffen werden, doch Tag für Tag werden wir aufs Neue in Staunen und
Begeisterung versetzt. |
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Mein Handy
verbindet mich mit dem Leben zu Hause, was ich sehr geniesse und auch
brauche, denn obwohl man so viel erlebt, packt mich doch immer wieder die
"Langezeit".. Erika ist da anders, sie hat ihres nach Hause geschickt und
verzichtet auch konsequent auf das Benutzen meines Telefons, obwohl ich es
ihr mehrfach angeboten habe. Aber nun endlich zu
Tschechien - meine lieben Herren vom Braunauer Zeltplatz, wo bitte seid ihr
durchgefahren, wo war es so schlimm wie ihr geschildert habt??? Welche
Überraschung, lauter beschilderte Fahrradwege, Strassen wie Babyhaut über
die man geradezu fliegt... Auch wenn man nicht auf markierten Velorouten
fährt sind die Nebenstrassen eine sehr gute Alternative. Wenig Verkehr und
schnelles Vorwärtskommen auf den guten Strassen. Die relativ kurze Begegnung
mit einer Hauptstrasse war allerdings die Härte. Kommt dir ein Lastwagen
entgegen, jagt dich dessen Fahrtwind fast von den Rädern, doch zum Glück
können wir solchen Routen meist aus dem Weg gehen. Zwei Städtchen haben wir
bisher besichtigt, Česky Krumlov (Krumnau) und Trebon. Eines schöner als das
andere... Durch den Krieg und die darauf folgende Armut wurde das Bauen
modernerer Gebäude verhindert, was sich die Leute nun zu Nutzen gemacht
haben. Das schöne und gemütliche Stadtbild zieht viele Touristen an.
Allgemein hat es viele Fahrradtouristen, Deutsche und Tschechen. Gewöhnlich
werden die Velos aber auf die Autos oder in die Camper geladen und
Tagesausflüge gemacht. Heute genoss ich den velofreien Tag in Trebon,
plegerte rum, schrieb Karten und liess mich in einem gemütlichen
Strassenkaffee von der Sonne bescheinen.. was will man mehr? (Nun gut, etwas
wüsste ich schon. |
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Seit wir am Sonntagmorgen aus Třebon losgefahren sind
hat der Wetterumschwung ernst gemacht. Zuvor waren es bloss Neckereien
gewesen, mal ein Gewitter, mal ein Schauer in der Nacht... Der Regen setzte
in der Nacht auf den Sonntag ein. Bei Einbruch des Morgens versuchten wir
krampfhaft, das tropfende Geräusch auf dem Zeltdach zu ignorieren, drehten
uns, ich versuchte mir selber vorzumachen, noch tief und fest zu schlafen...
Doch irgendwann war klar, es nimmt kein Ende, wir mussten aufstehen. Na
prima, ich hatte am Abend versäumt eine der Velotaschen zu schliessen. Alles
wurde im Waschraum ausgebreitet, getrocknet, Erika kochte unter einem
schützenden Unterstand Kaffee. Nach einem ausgedehnten Frühstück (in der
Hoffnung der Regen lasse nach) packten wir zusammen und radelten los. |
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Dem starken Regen hielt weder meine Fr.
300.- Gore-Tex Jacke und schon gar nicht meine 15 Jahre alte Regenhose
stand, doch das spielte keine Rolle solange man in Bewegung war. Regen und
Wind im Gesicht, schwerhängende Wolken und wir traten kräftig in die Pedale.
Nach zwei Wochen strahlender Sonne, da wollte keine von uns beim ersten
Regentag schon meckern. Je länger wir so fuhren, desto mehr spürte ich ein
Gefühl einer tiefen Verbundenheit mit der Natur, die wie das Leben selbst
nicht nur Sonnentag kennt. Die Gedanken wurden vom Regen weggewaschen und
wir traten weiter in die Pedale, wortlos, ergeben. Nur bloss nicht zu lange
rasten, immer gleich weiter, denn einsetzende Kälte würde alles zerstören,
ergreift sie dich ist es zu Ende mit dem übermütigen Trotzen.. Doch da wäre
dann noch der Hunger. Nach dreieinhalb Stunden konnte dieser unmöglich
weiter ignoriert werden, nach drei weiteren Dörfern fanden wir ein Gasthaus.
Ich schälte mich aus meinen klebenden Kleidern, rang meine Socken aus und
zog mich um. Jedes Geländer, jede Heizung wurde zum Wäscheständer
umfunktioniert. Eine Suppe wollten wir eigentlich, doch als der Koch
Wildschweinspiess mit Kartoffeln erwähnte glänzten unsere Augen. Wildschwein
– Premiere für uns beide. Wir waren begeistert!!! Frisch gestärkt und
aufgewärmt stellten wir erfreut fest, es hatte fast vollständig aufgehört zu
regnen.. Weiter ging unsere Fahrt, die Felder schienen nun noch saftiger,
die frisch gewaschenen Felder gelber Senfblumen dufteten und strahlten noch
stärker. An diesem Tag fuhren wir trotz einiger Höhenmeter über 100 km.
Erschöpft suchten wir nach acht Uhr eine Unterkunft, was sich als
schwieriger herausstellte als gedacht. Doch schlussendlich übernachteten wir
für sehr wenig Geld in einem brüchigen, relativ schmutzigen Gebäude, doch
das war uns soooo egal... Wir kochten im Zimmer und fielen in einen
bleiernen Schlaf. Noch zwei Tage bis Brno. |
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Brno |
Der letzte Teil Tschechiens dauerte doch noch länger
als angenommen, so tauchten doch plötzlich nochmals 100 Kilometer auf, da
sich die vermeintlich tschechisch-polnische Grenze als Naturschutzgebiet
herausstellte. Der letzte Tag in Tschechien verlief ganz und gar nicht nach
Planung. Wir standen sehr früh auf, denn wir wollten es heute bis Polen
kommen. Um die Mittagszeit mussten wir jedoch einsehen, dass es kaum zu
schaffen war, wir pedalierten dennoch kräftig weiter, Ziel war ein Camping
nahe der Grenze. Nach 100 km und 1000 Höhenmeter kamen wir müde an, doch der
Camping existierte nicht. Nun fuhren wir in die nächste Stadt (Trinec) und
was uns hier erwartete war echt bedenklich. Man stelle sich eine Stadt mit
engen Strassen vor, durch die sich wütend die PKWs und Lastwagen zwängen.
Man stelle sich mehrere Brücken über den Köpfen vor, auf denen sich rostige
Wagons quietschend und donnernd, schier unermüdlich vorwärts schieben...
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Gestank, Lärm von allen Seiten, schmutzige
Pub's, rauchende Fabriken. Und nun stelle man sich vor, man müsste hier
bleiben, arbeiten, leben... Eine Pension fanden wir zuerst nicht, bis wir
von einem freundlichen Herrn zu einem Hotel geführt wurden. Es war riesig und von aussen betrachtet heruntergekommen und ausladend, so staunten wir nicht
schlecht über den hohen Preis, den wir nicht zu bezahlen bereit waren. Mir
war richtig schlecht, denn ich hatte vom langen Suchen bereits einen
ausgewachsenen Hungerrast und nachdem ich gierig Brot und Käse
runtergeschlungen hatte, sah alles schon wieder etwas rosiger aus. Nun
konnte ich mich auch langsam mit Erikas Vorschlag von vorhin, nämlich
irgendwo das Zelt aufzuschlagen, anfreunden. Dass dieser Moment kommen
würde, dass irgendwann keine Dusche und kein WC mehr gleich um die Ecke
stehen würde, dass war mir ja klar, doch nun kam dieser Moment so
unerwartet, so plötzlich... Ich spürte dennoch eine unglaubliche
Erleichterung, als wir diesen Lärm nun etwas hinter uns lassen konnten, doch
wir fuhren nicht weit. In einem Stück eingezäumter Wiese waren gerade ein
paar junge Leute dabei, ihre Bierflaschen einzusammeln um ins Haus zu gehen.
Wir fragten, ob jemand englisch spreche und eine junge Frau gab gleich auf
tschechisch zu verstehen, dass sie ein wenig spreche.
Wir erklärten mit Händen und Füssen unser Anliegen,
worauf sie uns ohne nachzudenken in ihren Garten führte. Wir durften das
Zelt aufstellen und sie brachte sogar Bier. Ihr Englisch beschränkte sich
auf ein paar Schlagwörter (friends, home, baby), doch mit einem
tschechisch-russisch-englischem Gemisch entstand eine witzige Unterhaltung.
Monika, so hiess sie, war sehr interessiert daran mit uns zu sprechen. Wir
erfuhren, dass sie 22 Jahre alt sei, aus Pratislawa (Slowakei) komme und
bereits einen 3 Monate alten Sohn habe.
Mehrere Male wies sie uns an diesem Abend darauf
hin, unsere Fahrräder auch wirklich abzuschliessen und die wertvollen Sachen
bei uns zu tragen. Es seinen viele Betrunkene in dieser Gegend unterwegs -
der Wodka. So stapelten wir alles Gepäck ins Vorzelt und schliefen mehr
schlecht als recht, ungewaschen, klebrig, frierend... und die Züge
quietschten das Gutenachtlied. War das nun der Vorgeschmack auf Polen? Schliesslich waren wir gleich an der Grenze und Tschechien hatten wir bisher
so ganz anders erlebt... Welch dummer Gedanke, welch gemeines Vorurteil. Ich
schämte mich richtig, als wir am nächsten Tag von einem wunderschönen und
freundlichen Polen mit offenen Armen und mit vielen lächelnden Gesichtern
empfangen wurden.
Erikas Veloführer (Polen Süd) aus den 70er Jahren
wollte uns nur über gelbe und sogar rote Strassen führen. Es war von Wagen
mit Pferden und viel Landwirtschaft die Rede. Wir zeichneten unseren eigenen
Weg ein, über Nebenstrassen, durch Dörfer die in eine hügelige Landschaft
eingebettet waren. Landwirtschaft steht hier wirklich sehr weit oben, doch
sind die Felder oft sehr klein und die Leute erledigen von Hand was bei uns
schon längst maschinell geschieht. Wir sahen sogar einen Pferdewagen wie
bschrieben. Die Gärten sind überaus gepflegt und aus jedem zweiten dröhnt
einem ein Rasenmäher entgegen. Da die Strassenbeschilderung nicht mehr ganz
so gut ist wie in Tschechien und unsere Karte ebenfalls nicht sehr exakt,
fragten wir uns von Dorf zu Dorf durch. Mir gefiel diese Art des
Vorwärtskommens, immer in Kontakt mit den Leuten, in einem Gebiet, dass
selten Touristen sieht. |
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Dies hat natürlich zur Folge, dass es auch
wenige Schlafmöglichkeiten gibt und so übernachteten wir wiederum draussen. Etwas
abgelegen vom Dorf in einem Wald an einem grossen Stausee. Es war idyllisch.
Nur der Fischer wollte und wollte nicht gehen, so wusch ich mich hinter
einem Baum. Erika beteuerte er, dass sie sich gut im See waschen
könne, das störe keineswegs beim Fischen . So wusch sie sich bei seinen
Fischen im Bikini, mit ihm Wodka zu trinken lehnten wir jedoch ab. Wir
befürchteten, er würde dann gar nicht mehr gehen...
Bereits in Tschechien habe ich ein Stück meines
Herzens gelassen, in fester Hoffnung, einmal dahin zurück zu kehren und nun
hat auch Polen mein Herz im Sturm erobert... Ich weiss, ich bin nicht das
letzte Mal hier, einen anderen Gedanken würde ich gar nicht erst ertragen...
Gestern sind wir nach Krakau gefahren und traffen unerwartet auf einen sehr
gepflegen Camping. Hier bleiben wir nun zwei Tage, sehen uns heute die Stadt
an und fahren morgen nach Ausschitz. Danach sagen wir dem südlichen Polen
bereits Lebewohl und nehmen den Zug, rauf zu den Masuren. Die Seenplatten
dort sollen fantastisch sein und da die Zeit drängt müssen wir uns
entscheiden. Uns bleiben nur noch gute 4 Wochen bis Moskau. |
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Wild campieren an See in Polen |
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Krakau ist hübsch, allerdings habe ich schon schönere
und weniger überteuerte Städtchen gesehen. Doch mit jedem Schritt den man
vom Zentrum weggeht, wird auch der Kaffee günstiger.
Auschwitz - schon der Name hinterlässt einen bitteren
Nachgeschmack... Bereits nach dem ersten Ausstellungsgebäude - es ging dort
darum, was man dem polnischen Volk angetan hat - überlegte ich mir, ob ich
mir das wirklich anschauen wolle, anschauen könne... Ein Foto setzte sich in meinem Kopf fest, brannte sich
regelrecht ein und liess mich nicht mehr
los... auch jetzt, da ich im Zug sitze. Immer sehe ich wieder diese
Gesichter, die Fassungslosigkeit und Verzweiflung die sich darin
spiegelte... Ich trat ans Fenster der Baracke, schloss die Augen und spürte
den Wind auf meinem Gesicht, roch den Frühling und war dankbar. Dankbar als
Besucherin hier zu sein und danach wieder durchs Tor rausgehen zu können,
auf dem zynischerweise stand "Arbeit macht frei". Rausgehen und vergessen...
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Normalerweise schätzt man es ja nicht besonders, wenn
einem jemand in den Rücken fällt, anders wenn es sich dabei um den Wind
handelt. Schon auf der Zugfahrt in den Norden Polens bekamen wir eine Ahnung
von unserem zukünftigen Helfer, denn der Wind soll, so stand es im
Masurenführer, immer von Westen kommen, perfekt. Na ja, dieses Jahr scheint
er mal eine Ausnahme zu machen. Nervenaufreibend, wenn du dich mit nur
18km/h einen Hügel runterquälst. Wenigstens sind die LKW's mehrheitlich auf
unserer Seite. Hörst du von hinten einen heranbrausen, dann heisst es einen
Gang strenger schalten und mit dem Sog des Ungestüms mitreissen lassen,
immer schön positiv bleiben. Ausserdem, wenn ich an das Wetter denke, das
anscheinend in der Schweiz herrscht, dann bin ich gleich wieder sehr
zufrieden. Bei uns scheint Tag für Tag die Sonne, kaum zu glauben wie wenige
Regentage wir bisher hatten! Es eilt aber auch nicht mit dem Ausprobieren
meiner neuen Regenhose. Wir befinden uns auch höchst selten auf stark
befahrenen Strassen, meist sind es Nebenstrassen die durch Wald, über
Felder, und an kleinen Bauerndörfern vorbei führen, in denen oft aus
Storchennestern die Jungen rausschauen und ihre Schnäbel gierig den Eltern
entgegenstrecken.
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Und immer wieder taucht auf der einen oder anderen Seite
ein glitzerndes, tiefblaues Seelein auf. Sowohl Mittagsrast als auch das
Nachtlager ist also stets mit Blick auf Fischerboote, Schwanenfamilien,
inklusive Froschkonzert im Hintergrund. Allerdings mussten wir unseren
hübsch ausgewählten Stegplatz am Mittag auch schon räumen, weil zwei Schwäne
fauchend was zu Essen verlangten. Hätten sie höflich gefragt, hätten sie
bestimmt auch was bekommen. Hier in Polen sind einige Strassen ein echtes
Abenteuer. Du kannst wählen zwischen Kopfsteinpflaster links - und damit
sind nicht die schön gleichmässigen Granitsteine gemeint sondern runde,
spitzige, grosse, kleine... - oder Sandweg rechts. Keines ist eine gute
Alternative zum anderen, so wechselt man immer mal ab. Das Tempo reduziert
sich auf 6 - 8 Stundenkilometer (ohne Steigungen). Die Dörfchen die an
diesen Strassen liegen, scheinen noch viel verträumter, doch ich bin
überzeugt, dass diese Wege schon bald eine dicke Schicht Teer abbekommen
werden. Deshalb sehe ich es als ein Privileg, das noch erlebt zu haben.
Allerdings kommt nun noch ein grosser Teil solcher Strassen, vielleicht
nehme ichs dann wieder zurück. Als wir gestern Abend nach einem Camping
suchten, trafen wir 4 deutsche Radwanderer und verbrachten einen echt
witzigen und abwechslungsreichen Abend. Als die Sonne unterging wurde Feuer
gemacht, unser erstes auf dieser Reise. Die Hitze des Feuers vertrieb dann
auch die lästigen Mücken. Beim Frühstück wars "etwas" ruhiger als am Abend -
brummende Schädel?? Nun gehts zur grossen masurischen Seenplatte, danach
schon bald nach Lettland, doch ich komm zurück, ganz bestimmt... |
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Stell
dich drauf ein - dich auf nichts einzustellen...
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Zwar ist auf der Karte ein Camping oder zumindest
ein Biwakfeld eingezeichnet, doch wenn du (wieder mal später als geplant)
müde und hungrig ankommst, ist von einem Platz mit erhofftem WC und Dusche
keine Spur. So ging es uns mehrere Male, doch da sich immer ein See vor der
"Zelttüre" befand, war das Waschen ja weiter kein Problem. Gestern war es
eine kleine Halbinsel mitten in einem grösseren Ort, die wir mit der
Dorfjugend (Samstagabend) teilen durften. Ich schlief dank Ohrenpfropfen
wunderbar, Erika hielt Wache... die Arme... Auf dem Weg dorthin fuhren wir die letzten ca. 15
km durch Wald, über knifflige Sandwege und wehe du musstet vom Rad steigen,
da lauerten schon hunderte kleine blutrünstige Monster - deshalb - immer
gleich weiter, nur nicht stehen bleiben... Bis wir mitten im Wald auf eine
Abschrankung und ein oranges Männchen trafen. Nein, hier gäbe es im Moment
kein Durchkommen... und die Mücken hatten ihre Freude.
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Erst wollte ich mich
nicht so einfach abspeisen lassen und protestierte heftig. Als dann aber ein Ralleyauto mit etwa 120 Sachen vorbeiraste und den Wald in eine Staubwolke
hüllte, so dass man sich nicht zu atmen traute, da hielt ich geschlagen den
Mund. Nach einigem Hin- und Her, memmenhaftem Einsprayen mit Antibrumm und
40 Minuten später, konnten wir endlich weiter fahren.
Heute freute ich mich auf einen Tag ausspannen in
Elk, um morgen mit dem Zug nach Riga zu fahren. "Zug nach Riga? Haben wir
nicht!" "Aber wie kommen wir denn dort hin?" "Weiss ich nicht!" "Vielleicht
mit dem Autobus?" "Weiss ich nicht und die nehmen keine Fahrräder mit!"
"Herzlichen Dank für ihre Bemühungen."
Die Infodame für Autobussfahrten lachte nur. "Ihr
habt ein Problem? Das ist normal in Polen.." Der Bus nahm uns dann doch mit,
allerdings kamen wir heute nur näher an die Grenze ran, morgen werden wir
sie überqueren, um von dort weiter zu schauen. Die Zeit läuft uns davon...
Wir sind in Litauen angekommen und werden heute
einen Bus nach Riga nehmen. 5 Stunden Fahrzeit für gut 25 Franken... Die
Nacht haben wir seit Tschechien das erste Mal wieder in einem Hotel
verbracht. Ich war gespannt mich wieder mal im Spiegel zu sehen.. naja, wäre
dann doch nicht so nötig gewesen, denn ich verbrachte einige Zeit damit, mir
lästige Haare zu entfernen. Ist das Leben schön ohne Spiegel! |
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Gastfreundschaft
hoch zehn!!!
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Nach einer witzigen Busfahrt,
ich unterhielt mich mit einer Musikgruppe aus St. Petersburg, fanden wir
schnell die Jugi im Zentrum Rigas. Die Reception war gleichzeitig eine Bar,
es war eng, muffig, aber es herrschte eine einmalig gute Stimmung in dieser
Bude. So schleppten Erika und ich nur "kurz" das ganze Gepäck in den 4.
Stock, um dann einen Campari-Orange zu geniessen. Da wir nun schon ziemlich
nördlich sind, bleibt es abends sehr lange hell, erst um 23 Uhr beginnt es
langsam einzudunkeln. Von einem Zimmergenossen, einem Australier, liessen
wir uns also die Stadt bei Abenddämmerung zeigen. Er interessierte sich sehr für
Architektur, weshalb Erika lange auf ihren ersehnten Kaffee warten musste,
denn er zeigte uns beinahe jede Besonderheit der Stadt... und es gibt
unglaublich viele Besonderheiten. Nein, war echt super, allein achtet man
viele Dinge oft gar nicht.
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Welch ein Tag heute. Wohl
wissend, dass es regnen sollte schliefen wir nicht im Zelt, sondern
leisteten uns ein Zimmer. Natürlich regnete es dann am Morgen nicht... doch
als wir los fuhren fing es langsam an. Nun musste man entscheiden ob man
nass werden wollte vom Regen oder doch lieber vom Schwitzen... ich entschied
mich für den Regen. Der Weg war sehr anstrengend, eine Schotterpiste die
einem Wellblech glich, sehr beliebt hier... und durch den Regen war das
Vorwärtskommen auf dem Sand noch mühsamer. In Limbazi kehrten wir in einem
Restaurant ein (so konnten wir unser trockenes Brot und den faden
holländischen Scheibenkäse noch etwas ignorieren) und beschlossen statt den
Schotterweg die Hauptstrasse zu nehmen, sofern sie nicht allzu stark
befahren war. Sie war fast gar nicht befahren, nur mussten wir feststellen,
dass Hauptstrasse nicht gleich Asphaltstrasse ist.. doch rumpelte es zum
Glück nur einige Kilometer.
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Ziemlich müde und durchnässt
kamen wir in Salacgriva an, welches kleiner war als angenommen und suchten
das einzige Hotel auf. Wegen eines Motocross-Anlasses waren alle günstigen
Zimmer belegt und 100 Euro würden bei weitem unser Budget sprengen. In der
nächsten Stadt war noch eines frei für 70 Franken, doch auch so viel wollten
wir nur ungern ausgeben. Die Kirchenverwalterin wimmelte uns zwar mit
sichtlich schlechtem Gewissen, doch tausend Ausreden ab und so radelten wir
weiter in Richtung Ainazi, zur Grenze Lettlands. Wir fuhren an einigen
Bauernhöfen vorbei und so kam ich auf die Idee, dort zu fragen. Da war nur
ein kleines Problem... die Hunde. Das Problem war dann ein grösseres. Wir
riefen zuerst vom Tor aus und als sich nichts tat öffnete es Erika und ging
drei Schritte rein... und da kam das Problem. Ein riesiges, zottliges Tier.
Erika rannte raus und ich versuchte erfolglos die beiden Torflügel zusammen
zu halten. Doch der Hund stiess es mit einem kräftigen Pfotenhieb auf und so
standen wir uns gegenüber. Der Hund war zum Glück selber ein Schisshase,
blieb schön auf seiner Seite stehen und bellte. Nun standen unsere Räder
dort und wir trauten uns nicht, sie zu holen. Endlich kam jemand, Platz
hatten sie keinen für uns und wir suchten weiter. Kaum war das Tor wieder
sicher verschlossen tat der Hund wie eine Bestie, so ein Grossmaul. Da
entdeckten wir ein kleines Haus in Bau, ohne Fenster und Türen aber mit
Dach. Wir fragten eine Frau, die gerade wegfahren wollte und sie erlaubte
uns hier zu übernachten. Verstehen konnte sie es allerdings nicht. Ans
Wasser hatten wir dummerweise nicht gedacht und so fragte Erika (nach
besonders langem Rufen vor dem Tor) bei den Nachbarn.
Und nun liegen wir gefüttert
und glücklich in deren geheizter Stube und freuen uns, dass es draussen
immer noch so furchtbar fest regnet. Morgen soll es ja wieder besser werden
und da werden wir auch dem Meer, dass wir heute von weitem sahen, etwas mehr
Beachtung schenken als "Uebrigens, nur so am Rande, dort drüben sieht man
das Meer" - "Aha, keine Lust zum Baden heute..."
Meinen freien Tag verbrachte
ich zu einem grossen Teil damit, eine günstige Unterkunft für St. Petersburg
zu finden. Resultat: Kleine Wohnung mit Kochgelegenheit und Bad für 100 Euro
die Nacht. Wir sind 5 Personen, also echt der Hammer. Ein Hotel kostet oft
200 Euro und mehr pro Nacht und Person..
Jetzt sind wir bereits auf dem
Weg nach Estland und vor die Herausforderung gestellt, mit einer
500tausender Karte und einem recht lausigen Führer die Wege zu finden..
Durchfragen ist angesagt. Zum Glück können in Lettland wirklich so gut wie
alle russisch, Jung und Alt, denn über 30 Prozent sind Russen, welche oft
kein Lettisch sprechen, so hört man auch auf der Strasse auch sehr oft
russisch. |
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Verträumte, menschenleere Küsten, Steinstrände mit
violetten, gelben und weissen Blumen überwachsen, einsame Fischerböötchen,
grünes Schilf im azurblauen Wasser... Alte, knorrige Windmühlen, mächtige
Leuchttürme und liebliche Holzhäuschen mit gepflegten Blumen- und
Gemüsegärten. Das ist Estland. |
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Da wir nun doch plötzlich etwas viel Zeit
hatten bis Tallinn, machten wir einen längeren Abstecher auf die Inseln Muhu
und Saaremaa. Mit der Fähre gings zuerst auf die Insel Muhu, wo wir gleich
ein Inselfest miterlebten. Da wurden Sketche gezeigt und viele Lieder der
Insel gesungen. Erika liess sich von einer jungen Muhuanerin erzählen, dass
sich die Inselbewohner jedes Jahr treffen würden, um alte Insellieder zu
singen und Traditionen zu leben. Es war ihr unheimlich wichtig zu betonen,
dass die Insel trotz der Dammverbindung zur Nachbarinsel eine eigene,
richtige Insel sei... Die orangen Mützchen und Trachten gehören ebenfalls
explizit zu dieser Insel... die Holländer würde es freuen. Apropo Holländer,
wir haben schon lange keine mehr gesehen... Wisst ihr vielleicht wo die alle
geblieben sind??? Vom 21. - 24. Juni wird in
Estland das Mittwommernachtsfest (Johannisfest) ganz gross gefeiert. Überall
finden Festivals und Tanzanlässe statt. An einem davon waren wir gestern. Es
wurde getanzt, gegessen, viel getrunken und es gab ein riesiges Feuer.
Ähnlich wie bei uns der Fasnachtssonntag, nur wärmer und mit einer etwas
anderen Kulisse. Ein Schaschlik (extrem feines Spiessli) habe ich mir trotz
Nachtessen im Bauch gegönnt. Nun wird es zwei Tage regnen, doch morgen
müssen wir uns trotzdem wieder auf den Weg machen. Tallinn ruft!!! |
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Und
plötzlich geht's Schlag auf Schlag
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Die letzten zwei Tage waren echt nicht ohne...
Am Mittwoch entschieden wir uns bereits um 15.00 auf einem netten Camping am
Meer zu bleiben und am nächsten Tag halt etwas länger zu fahren. Aus diesem
"länger" wurden 130 km. Recht geschafft kamen wir abends in Tallinn an und
wollten nur noch essen und schlafen. Den Gang zum Bahnhof schoben wir auf
den nächsten Tag, wir hatten ja einen ganzen Tag Zeit... denkste!!! Am
Bahnhof merkten wir nämlich, dass der Zug nicht am Sonntagmorgen um 5 Uhr,
sondern am Samstagabend um 17 Uhr fährt, sprich nicht nur 4 Stunden sondern
16 Stunden hat... leicht verschätzt. Nun wartet der Zug bereits auf den Schienen, mein
Fahrrad ist verpackt (mehr oder weniger, der Lenker und der vordere
Gepäckträger schauen noch raus und ich hoffe schwer, dass alles klappt. Ich
bin sehr aufgeregt, weshalb ich jetzt lieber aufhöre und die Sachen einlade, horror!!! |
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Vielleicht dauerts nun eine Weile bis ich wieder
ins Internet komme, doch in zwei Wochen werde ich euch über die Tour
informieren, so dass ihr gleich für den nächsten Sommer buchen könnt. Bis
dann!!! |
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Abenteuerliche
Zugfahrt...
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Dass ich so schnell wieder zu Internet komme, hätte
ich nicht gedacht, doch so muss ich unbedingt die Erlebnisse unserer
Zugreise loswerden... Als der Zug die Türen öffnete versuchte ich gleich mit
dem Fahrrad ins Abteil zu kommen. Da ich eine Frau bin und vielleicht etwas
hilflos ausgesehen habe, wurde mir auch gleich geholfen. Das Fahrrad passte
aber hinten und vorne nicht ins Gepäckabteil im Coupe, doch da man uns
gesagt hatte, wir hätten eines für uns alleine, luden wir sie auf die oberen
Sitze. Plötzlich erfuhren wir mit Schrecken, dass wir eben doch nicht
alleine reisten und eine hysterische Ehefrau, deren Mann in unser Abteil
wollte, sagte uns alle Schande. Erika liess es relativ kalt, sie verstand ja
nichts. Ich hingegen kam langsam an meine Grenzen als das Zugpersonal und
etwa vier Leute vor unserem Abteil standen, die Köpfe schüttelten und etwas
schimpften. So stand ich einfach mal etwas abseits, lehnte die Stirn gegen
die Wand, hörte und sah nichts mehr. Der Zug fuhr endlich ab und wir waren
immerhin noch drin, wie Erika es positiv formulierte. Ja, wir waren drin,
aber auf unseren Betten waren die Räder und wir hatten eine 15 stündige
Fahrt vor uns... Die zwei Mitreisenden, beide sprachen russisch und etwas
englisch, stellten sich als wahnsinnig freundlich und hilfsbereit heraus.
Viktor half uns mindestens ein Bett frei zu machen und wir assen und tranken
danach zusammen Tee, Brot und Kekse. Eine Bemerkung von ihm gab mir
allerdings etwas zu denken, nämlich "das wird euch teuer zu stehen
kommen..." Er meinte die Grenze und es wurden Geschichten aufgetischt, wie
sie mit Maschinengewehren manchmal den ganzen Zug auseinander nehmen und
wirklich jeden Koffer und jede Tasche kehren. Hoffentlich nicht heute,
bitte, bitte... Als wir einfuhren stand da bereits ein beachtliches
Empfangskommitee in Uniform, mit strengen Gesichtern die darauf schliessen
liessen, "mit uns ist nicht zu spassen..." Die Kontrolldame wollte gleich
wissen, ob ich russisch könne. Ein bisschen, antwortete ich mal vorsichtig.
Ich haette kein Touristenvisa, in welcher Angelegenheit ich denn nach
Russland reise. Ich tat so, als hätte ich sie nicht verstanden, um Zeit zum
Ueberlegen zu gewinnen... Studieren und arbeiten, fiel mir ein. Zum Glück
war es im Zug unmenschlich schwül, so dass sie keine Lust hatte, sich weiter
mit begriffsstutzigen Ausländerinnen herumzuschlagen. "Слава
богу!" (Gott sei Dank!), liess ich leise vernehmen. Das war noch lange nicht
alles... kam es von Viktor. Nun erst wurde das Gepäck kontrolliert.
Natürlich hatten wir viel zu viel dabei, anscheinend waren nur 20kg
zugelassen. Eine Dame holte mich in ein anderes Abteil und meinte, ich müsse
nun alles Gepäck zum Bahnhof bringen, um es zu wägen und nachzuzahlen. Ich
schaute geschockt und das war, was sie wollte, denn darauf meinte sie...
"Oder ihr könnt es im Zug zahlen." Natürlich wollte ich es im Zug zahlen und
sie schrieb auf einen Zettel: "120$. Ich machte grosse Augen. "So viel haben
wir nicht!" "Oi, ich habe es in Rubel geschrieben, ich meinte 20$." "Ich
habe keine Dollar, aber 120 Rubel (ca. 6 Franken) habe ich sicher!" "Ah
nein, in Rubel sind es 500!" Ok. das war ein Deal, 25 Franken, dafür Ruhe,
natürlich ohne Quittung. So habe ich das erste Mal in meinem Leben jemanden
bestochen.
Als diese Schreckmomente endlich vorbei waren und
der Zug weiterrollte, organisierte Viktor für sich ein anderes Bett und
überliess uns seines. So kam am Ende alles gut. Lange konnte ich jedoch
nicht einschlafen. Die Anspannung ueber den ganzen Tag hinweg war enorm
gewesen, so lauschte ich dem regelmässigen Rattern des Zuges und das sanfte
Schaukeln wiegte mich weit nach 24 Uhr dann doch noch für ein paar Stunden
in den Schlaf.
Nun sind wir in einer Jugendherberge im Zentrum von
Moskau, konnten unsere Wäsche endlich wieder mal waschen und ich freue mich
unbeschreiblich, in ein paar Stunden meine Mutter und Freunde endlich wieder
zu sehen!!! |
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Petersburg
und Moskau
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Die 4 Tage in Petersburg bildeten einen schönen
Ausklang. Ich war froh, dass Edith, Hanspi und Ma nicht gleich nach der Tour
nach Hause flogen wie die meisten. Petersburg ist eine glänzende und
prunkvolle Stadt wie kaum eine andere, doch trotzdem übte sie nie diese
Faszination auf uns aus wie Moskau. Ob es an den im europäischen Stil
erbauten Hauser liegt, oder daran dass die Menschen in Petersburg viel
unzufriedener und gehässiger erscheinen als sonstwo... ich weiss es nicht...
Trotzdem hatten wir eine lustige Zeit, assen ausgezeichnet und legten auf
unseren täglichen Rundgänge bestimmt nicht wenige Kilometer zurück.
Nun bin ich zurück in Moskau bei Tatjana (der
Köchin) und werde hervorragend bekocht. Der Zug nach Sibirien fährt bereits
morgen. 4 Tage Zugfahren für nur 2900 Rubel (ca. 130 Fr.). Allerdings
handelt es sich dabei um den günstigsten Platz den man bekommen kann... ich
bin gespannt. Das Fahrrad verlade ich in den Gepäckwagon, davon wurde mir
zwar abgeraten, doch ich nehme lieber dieses Risiko auf mich als noch einmal
von Zugpersonal und Fahrgästen beschimpft zu werden... Sobald das Gepäck
abgegeben ist werde ich mich auf meine Reise freuen, bis dahin bleibe ich
angespannt... |
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Der goldene Ring |
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Landhaus |
Nach so langer Pause fällt es mir schwer, irgendwo
anzufangen… Vielleicht am Anfang. Kaum konnte ich es erwarten, bis endlich
meine Mutter und Freunde ankamen, umso freudiger war die Begrüssung. 3
Wochen standen uns bevor! Wie ich mich nach unseren vertrauten Gesprächen
gesehnt hatte… Nach einer etwas oberflächlichen Stadtbesichtigung, bei der
wir es uns zum Spass machten, Frauen auf schwindelerregend hohen Absätzen zu
fotographieren, starteten wir am darauffolgenden Tag die Tour. Neben dem
Radfahren besichtigten wir eine Reihe von Kirchen und Museen:
Ein Bügeleisenmuseum (spannender
als es klingt) - ein Eisenbahnmuseum (das einzige was mich hier
interessierte war das Dressinenfahren - ein Vodkamuseum - ein Schulhaus (in
dem wir nicht ohne Entsetzen eine Smile-Liste für sauberes Erscheinen in der
Schule entdeckten) - einen heiligen Stein, auf den die (abergläubischen)
Russen schmerzende Körperteile hielten - ein musikalisches Museum (die Kunst
des Glockenspiels wurde vorgetragen) - ein Stiefelmuseum - ein nach altem
Stil nach gebautes russisches Dorf - eine Bierbrauerei - das Haus einer
Babuschka - eine Schmuckfabrik - Museen von Künstlern und Sängern - Museen
über die verschiedenen Städte, die wir besichtigten. |
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Wir waren eine witzige Gruppe, zusammengewürfelt
aus Amerikanern, Australiern, einem Franzosen, Russen und Schweizern, das
Sprachenchaos war vorprogrammiert. Ich ging anfangs besonders dem Franzosen
aus dem Weg, denn ich hatte das Gefühl, kein Wort Französisch mehr zu
können… doch ich war nicht die Einzige. Nicht selten antwortete ich dem
Franzosen mit “da” und den Russen mit “oui”. Wie es zu erwarten war, kaufte meine Mutter gleich
anfangs der Tour Hundefutter, welches die meisten jedoch verschmähten. So
musste immer wieder unser “Gutzivorrat” dran glauben und Hunde hatte es
viele. Zu meiner Beruhigung waren es aber meistens gutmütige oder
desinteressierte Tiere.
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Ziehbrunnen |
Machten wir in einem Dorf oder einer Stadt Halt,
und sei es nur um im Laden einzukaufen, verbreitete sich diese Neuigkeit wie
ein Buschfeuer. Auf alten, klapprigen Fahrrädern oder zu Fuss kamen sie
daher. Einige beobachteten uns nur von Weitem, andere waren neugieriger und
stellten Fragen. Doch nie blieb es bei den Fragen, immer wurde man auch
gleich üer geschichtliche Ereignisse oder Sehenswürdigkeiten, über Helden
die hier gelebt hatten und heilige Plätze informiert, meist von älteren
Bewohnern. Diese alten Menschen mit den zerfurchten Gesichtern, den
gekrümmten Rücken und den trüben Augen, lösten in mir unmittelbar Ehrfurcht
und Bewunderung aus. Was hatten sie doch schon alles erlebt, wie viel
entbehren müssen, wie viele Aengste durchlitten… und trotzdem nie ganz den
Mut verloren… Ein russischer Schriftsteller schrieb: “Ja Gott, wir haben in
einer aufregenden Zeit gelebt, doch wir haben dich nicht darum gebeten…”. Ein Abend an der Volgabank werde ich wahrscheinlich
nie vergessen… Nach einem leckeren Essen von unserer Köchin Tatjana, sassen
wir noch in einer lustigen Runde zusammen. Vladimir (der Hauptleiter) hatte
den Hausherrn dieser Unterkunft gebeten, die Bannia einzuheizen und
erinnerte uns nun daran, dass sie bereit sei. Niemand hatte so richtig Lust
auf dieses russische Dampfbad, doch aus schlechtem Gewissen zogen meine
Mutter und ich uns um. |
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Zum Glück, denn es war traumhaft. Nachdem wir uns in
dieser Schwitzkammer genügend aufgeheizt hatten, rannten wir durch die
Büsche in die Volga. Zwischen tausenden von Mücken schwammen wir ein Stück
dem Sonnenuntergang entgegen. “Ich kann es nicht glauben, dass ich in
Russland in der Volga schwimme, dass ich wirklich in Russland bin!” |

Schiefer Schopf, unser Schlafplatz im Heu |
Schon seit sie 12 war träumte meine Mutter von diesem fernen, unbekannten und
riesigen Land, hatte schon damals die Zeitschrift Sowjetunion-Schweiz
abonniert, welche monatlich von Russland zu ihr ins Haus flatterte. Niemals
hatte sie geglaubt, tatsächlich einmal russische Erde zu berühren…
Als wir zurück ins Haus kamen, war Andrey (ein
russischer Teilnehmer) gerade dabei, russische Lieder zu singen und mit der
Gitarre zu begleiten. Er sang so schön und mit so viel Gefühl, dass ich fast
sentimental wurde… Besonders deshalb, weil ich von ihm eine solche Begabung
nie erwartet hätte. Der letzte Abend der Tour war etwas ganz
Besonderes…Eine Babuschka und ihre Tochter hatten für uns ein wunderbares
Nachtessen mit Kartoffeln, Fleisch und Blinee (Crepes) zubereitet. Ausserdem
tranken wir zum Auftakt einen russischen Champagner, dann russischen Wein,
Vodka und Kwass (ein gegärtes Schwarzbrotgetränk).
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Das alles blieb nicht
ohne Wirkung. Nachdem Andrey nochmals seine schönsten Lieder zum Besten
gegeben hatte, waren wir dran. Hanspi und Edith stimmten italienische und
scheizerdeutsche Lieder an und wir liessen uns schnell mitreissen. Alle
Schweizer sangen den Text und Tatjana trällerte begeistert den Refrain mit
“Singin eiei, jupijupi ei…” . Die Hintergrundmusik lieferten hunderte von
Stechmücken, welche verzweifelt ein Stück Haut suchten, welches nicht nach
Anti-Brumm miefte… Trotz Betteln wollten die Amerikaner nicht mit einem
Yankeesong (Hanspi-Sprache) herausrücken, in einer Ecke fingen sie dann doch
leise an und wurden dann immer lauter und ausgelassener. Erst weit nach
Mitternacht zogen wir uns in den Heustock zurück, der sich in einem Schopf
befand, welcher dem schiefen Turm von Pisa reichlich Konkurrenz machte.
Die Tour war ein echtes Erlebnis und ein super
Einstieg auf meine Russlandreise, die ich nun alleine fortsetzen werde.
Die Trennung hatten Erika und ich schon vor Russland beschlossen – ich
fühlte mich einfach nicht mehr wohl, wir wussten nicht worüber wir zusammen
sprechen sollten… Trotzdem werden wir uns in Sibirien wieder treffen, doch
reisen wird jeder für sich alleine. |
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Düfte
wie im Buch "Parfüm"
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Steigst du bei der Station Kosmolenskovo aus,
findest du dich schlagartig in einer anderen Welt wieder. Drei Bahnhöfe
befinden sich hier und dementsprechend viel Volk. Ausserdem halten sich hier
die traurigsten Gestalten der Stadt auf, die in einer Welle von Alkohol,
Elend und Hoffnungslosigkeit schwimmen und wohl irgendwann davongespült
werden. Alte und Junge in schmutzigen und ausgebeulten Kleidern, mit von
Blutergüssen und Narben gezeichneten Armen und Beinen, dunkelblaue Falten
unter den Augen und tote Blicke. Selbst wenn man sie waschen, friesieren und
in einen Anzug stecken würde, ihre abgelöschten Augen würden sie verraten.
Von einem Stand weht mir der verlockende Duft von gefüllten Brötchen
entgegen, ein Hund streift mein Bein, ohne mich jedoch zu beachten, auf der
Suche nach etwas Essbarem. Auf der Suche nach meinem Perron gerate ich in
eine Seitengasse, die mit Pfützen und Schlamm bedeckt ist. Beissender
Uringeruch schlägt mir entgegen, am Boden liegt ein Obdachloser ausser
Besinnung, von einem heftigen Krampf geschüttelt. Drei andere stehen ratlos
herum, der eine schüttelt den Unglücklichen, der andere raunt, er solle ihn
in Ruhe lassen. Es beginnt zu regnen. Schnell kehre ich um und dränge mich
mit den anderen unter die kümmerlichen Dachvorsprünge, ohne Erfolg, der Wind
peitscht uns den Regen entgegen... Was solls, bald wird es aufhören und die
Sonne trocknet schnell. Endlich finde ich meinen Zug, Wagen 15 und überlege,
ob ich den Dienst einer der Männer mit den lottrigen Gepäckwagen in Anspruch
nehmen soll, die Riemen der Taschen scheiden sich schmerzend in meine Hände.
Ich entscheide mich zum Glück tapfer dagegen, denn der Zug fängt bei Wagen
17 an.
Als ich meinen Wagon betrete bin ich froh, das
Fahrrad und ein Teil meiner Sachen im Gepäckwagon abgegeben zu haben. Es ist
eng, stickig und riecht nach Alkohol und Schweiss... "Wenn der Zug fährt
wird es besser...", beruhigt mich meine freundliche Mitfahrerin Tatjana.
Leider steigt sie schon um halb zehn abends wieder aus. Sie besucht ihre
Mutter und freut sich wie ein Kind. Eine leckere Suppe wie kein anderer sie
zubereiten könne stünde für sie bereit... Noch 4 Nächte und 3 volle Tage bis
Irkutsk... |
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Traumfahrt
nach Sibirien
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Mein Schlafplatz |
Bereits hat sich die Dämmerung zwischen die Bäume
geschlichen und schafft eine geheimnisvolle Stimmung, doch die weissen
Stämme leuchten noch wie Fackeln im letzten Licht, der Dunkelheit zum Trotz.
Habt ihr noch nie einen Birkenwald einschlafen sehen... dann wird es Zeit...
Endlose Birken- und Kiefernwälder, leuchtende violette Kerzen (Ivan-Chai),
tiefblaue Seen und Flüsschen, eine Herde von Kühen, bis zu den Bäuchen im
Fluss, eine alte Frau in bunter Schürze und Kopftuch gönnt sich auf ihrem
riesigen Kartoffelacker eine Pause und schaut lange dem Zug nach... was wie
wohl denkt, sich wünscht? "Heisse Kartoffeln mit Huhn, Gurken, Eis, kaltes
Bier, süsse Erdbeeren, wer möchte kaufen?" So tönt es bei jedem Bahnhof mit
längerem Aufenthalt. Die Frauen sind auf den Verkauf ihrer Ware angewiesen, ausserdem sieht alles sehr verlockend aus und so bleibt mein Instandfood
unbeachtet. |
Kurzer Halt in Novosibirsk |
Manche rennen in einen nahegelegenen Laden, wie oft ist wohl
schon das Gepäck herrenlos weitergefahren... Mit angehaltenem Atem beobachte
ich einen alten Mann, der mit Entsetzen begreift, dass sein Zug gerade
losfährt. Er wirft seine Produkte rein und springt auf den fahrenden Zug
auf. Alles gut gegangen, man hört die Schaffnerin lauthals wettern.
Von Саша (Sascha), einem jungen Studenten werde ich
ins Abteil eingeladen, um dort mit einem jungen Ehepaar, einem Grossvater
Peter (Пётр) und ihm anzustossen. Vodka und Sprite
zum Spülen stehen auf dem Tisch. Der Vodka wärmt die Kehle, brennt jedoch
nicht. Wir berichten und lachen noch, als die Schaffnerin (Проводница) schon
lange das Licht gelöscht hat, nur vor Haltestellen mahnt Пётр zur Ruhe,
falls die Polizei käme... Die
nächsten Tage verbringe ich in diesem Abteil, Саша steigt bereits am
nächsten Tag in Omsk aus und ein lustiger Buriate steigt zu. Nicht ganz so
schwer wird der Abschied in Irkutsk. Пётр steigt ebenfalls hier aus und wir
haben die Nummern getauscht. |
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Auch dem jungen Ehepaar habe ich natürlich
gerne versprochen, sie in Ulan-Ude zu besuchen. Während dieser 4 Tage kam
ich fast nie zum Lesen und keine Sekunde war mir langweilig... Nie würde ich
anstelle von "Platzkart" (offener Wagon) ein geschlossenes Abteil buchen.
Wie schön war es, nun bei meiner russischen Babuschka anzukommen. Zoya drückte mich vor dem Schlafengehen ganz fest an
sich und sagte "Я тебя люблю!" Ich bin in Sibirien angekommen...
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Sibirische
Taiga und Steppe
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Als die erste Pfütze den Weg versperrte und die Räder
halb im Wasser standen ahnte ich noch nicht, wie harmlos diese war und wie
viele noch folgen sollten. Die Landschaft war atemberaubend, wild und
wunderschön. Da lichtete sich der Wald und machte einer mit Blumen übersäten
Wiese Platz, dort führte eine Brücke über einen Bach mit glasklarem,
eiskaltem Wasser. Dennoch wurde der Weg beschwerlicher, die Pfützen tiefer
und schlammiger, so dass sich die Schutzbleche mit klebrigem Lehm füllten
und die Räder sich nur noch mühsam drehten. Oft blieb ich stecken und
landete im Wasser, stiess, zog und zerrte das Fahrrad raus, um bald schon
wieder der nächsten gegenüber zu stehen. Das zerrte an den Kräften und doch wollte ich mir
keine Pause gönnen, wollte ich doch das Dorf heute noch erreichen. Unterwegs
verlor ich auch noch meine grosse Petflasche und so kam der Durst und die
Sorge, bald wieder an Wasser zu kommen dazu. Langsam verwandelte sich die
Lust "mit der Natur zu sein" in einem Kampf gegen sie. Ich war zu erschöpft
um noch ans Fotografieren denken zu können, nur weiter, weiter... |
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Als ich nach einer kleinen Esspause gerade weiter
wollte, ich traute meinen Augen kaum, kam eine Gruppe Radfahrer mit Gepäck
angefahren. Ich müsse wohl das verrückte Mädchen sein, das alleine in die
Taiga gefahren sei, wie man ihnen im Dorf erzählt hatte... Sie selbst waren
aus Moskau und Umgebung. Von einer jungen Frau wurde ich sogleich
eingeladen, mit ihnen zu essen, doch ich lehnte ab. Erstens hatte ich gerade
gegessen und zweitens nahm ich an, dass ich eh viel langsamer unterwegs sein
würde, da sie viel weniger Gepäck hatten. Schnell war ich wieder alleine und
fühlte mich auch alleine. Das Wasser blieb ein Problem und als ich bei einer
Verzweigung nicht ganz sicher war ob links oder rechts, wuchs meine Unruhe,
die mich nach 5 km anhalten liess. Ich war zwar ziemlich sicher richtig zu
sein, wollte aber dennoch zur Sicherheit auf die Gruppe zu warten. |
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Nach etwa eineinhalb Stunden, es war bereits 18.00
Uhr, beschloss ich umzukehren um die Spuren der anderen zu suchen. Doch
erstmals stiess ich auf ganz andere Spuren, die beim Hinweg noch nicht da
gewesen waren - Bärenspuren. Nur kurz dachte ich daran anzuhalten um sie zu
fotografieren, die Angst war grösser und ich schaute, schnell weiter zu
kommen. atsächlich fand ich bei der Verzweigung Radspuren, welche nach
rechts führten. Sie bogen von nun an relativ planlos mal rechts, mal links
ab und ich verlor jede Orientierung auf der Karte. Ich musste sie finden,
sonst hatte ich ein echtes Problem... Wenn sie richtig gefahren wären, hätte das Dorf schon
längstens kommen sollen, doch nichts als Wald. Da, endlich, der Wald
lichtete sich. Sollte die Lichtung gross genug sein, musste sie auf der
Karte sichtbar sein! |
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Doch bald begriff ich, dass es sich nicht um
eine natürliche Lichtung, sondern um ein riesiges Stück abgebrannten Wald
handelte... Es war bereits mehr als 19.00 Uhr. Plötzlich glaubte ich
weit vorne etwas Rotes zu sehen, vielleicht ein Haus?! Hoffen, bangen,
strampeln - es war kein Haus, besser, es waren die Radfahrer! Mit allen
Kräften fuhr ich hinterer und wäre fast vorbeigefahren, denn sie bogen auf
eine Wiese an einem Fluss ab, um dort das Nachtlager einzurichten. Sie sahen
mich zum Glück und riefen mich. Und das war der Anfang einer wunderschönen,
abenteuerlichen, fröhliche Reise und ganz guter Freundschaften, zu denen ich
Sorge tragen werde wie zu einem Schatz. Einem Schatz, den ich in der
Sibirischen Taiga gefunden habe... Jeden Abend wurde Feuer gemacht, gekocht
und angestossen. Die Herren hatten über 90prozentigen Alkohol dabei, welcher
mit Flusswasser gemischt wurde. |
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So entstand ein anständiger Vodka, welcher
lange hielt. Hinterher wurde mit Saft gespült oder in ein Stück Zwiebel
gebissen. Das Feuer brannte jeweils die ganze Nacht, so konnten auch am
Morgen gleich wieder Brei (Kascha) und Tee gekocht werden. Oft wurde gesungen und so hörte ich manches russische
Lied. Da eigentlich nicht ich, sondern die Moskauer falsch gefahren waren,
brauchten wir 2 Tage länger bis zum nächsten Dorf, die Wege waren furchtbar,
die Erlebnisse - unbezahlbar. In der Gruppe war es nun wieder ein "mit der
Natur" und Bärenspuren wurden mit Bewunderung ausgiebig betrachtet und
fotografiert. Mittags und abends suchten wir
uns immer einen Fluss um kochen und sich waschen zu können. So fuhren wir an
einem Tag nach dem Frühstück bis 17.00 Uhr durch und ich war erstaunt, wie
lange ich es ohne Essen aushielt... Das Wasser war eiskalt und die Mücken
stechfreudig, so dauerte die Waschprozedur abends nie länger als 5 Minuten. |
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An einem breiten Flussufer packte Andrej seine
Angelrute aus und begann unter dem Gespött der Gruppe zu fischen. Seine Frau
Lena klagte, dass man mit dem Geld, das er für Angelsachen ausgegeben habe,
schon kiloweise hätte Fisch kaufen können. Doch promt kam er nach 20 Minuten
freudestrahlend angerannt mit einem beachtlichen Fang. Seine Frau schnitt
dem armen Tier kurzerhand bei lebendigem Leibe den Kopf ab und nahm ihn mit
flinken Händen aus. Staunend schaute ich zu. Er wurde gesalzen, am Abend in
Essig eingelegt und zum Frühstück verzerrt. Lecker!!! Nach 5 Tagen kamen wir
im ersten grösseren Ort (Elanzie) an, wo wir uns erstmals wieder mit warmem
Wasser in einer russischen Bannia wuschen. Die letzten Kilometer bis zum Baikal fuhren wir zuerst
auf einer befahrenen Strasse auf der linken Strassenseite. Auf die Idee wäre
ich gar nicht gekommen, doch so konnten wir jederzeit an den Rand fahren
wenn's eng wurde. |
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Danach bogen wir in die Steppe ab und fuhren nochmals für
ein Stück in die Taiga hinein. Spät abends am Baikal dann die erste (und
einzige) warme Dusche - welche Wohltat... Deutsche leihten uns ihre Gitarre
und wo wurde noch lange gesungen, angestossen und gefeiert. Die Zeit auf der
Insel war ebenfalls super. Da es auf der ganzen Insel keine Bank gibt,
mussten wir nach zwei Tagen Halbpension bei einem Buriaten auf Wald und
Selbstversorgung umstellen, doch das machte uns nichts aus. Mein Geld war
bald alle und so wurde mir von den Moskauern bis Irkutsk alles vorbezahlt,
was mir sehr unangenehm war. Selbst ein Regentag konnte unserer Laune nichts
anhaben. Wir spielten Karten und während wir Frauen im Zelt Liebesgedichte
zitierten, verbrachten die Herren viel Zeit damit die Sätze aus meinem
Russischbuch unter dem Kapitel "flirten" auswendig zu lernen. |
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So hörte ich
von nun an ständig: "Du hast wunderschöne Augen!" " Bist du alleine hier?"
"Kommst du mit zu mir?" Zurück in Irkutsk wurde am letzten Abend
nochmals gefeiert, wie ich es selten erlebt habe. Eine russische Rockband
spielte, wir tanzten, sangen und tranken alle viel zu viel. Doch selbst der
Kater am nächsten Tag liess mich nichts bereuen. Der Abschied fiel mir schwer, doch werde ich im
September in Moskau erwartet. Ein Konzert soll auf dann organisiert werden,
da Maxim in einer Band spielt. Die Freundschaften, die ich in diesen zwei
Wochen geschlossen habe sind mir wertvoller, als alles, was ich bisher auf
meiner Reise erlebt habe. Die Erinnerungen an das, was ich mit diesen guten
Leuten erlebt habe werde ich ein Leben lang in meinem Herzen tragen... |
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Die
andere Seite von Russland
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Etwas länger als eine Woche ist es her, seit die
Moskauer abgereist sind und obwohl sie mir fehlen, wurde es mir nicht
langweilig. Da meine Zugbekanntschaften, Anja und Ajur bereits am 16. August
zurück nach Petersburg mussten, blieb keine Zeit um auszuruhen. Mit der
Elektritschka (Zug) war ich in 7 Std. in Ulan-Ude, der Hauptstadt Buriatiens
und wurde gleich abgeholt, um an einem kleinen, hübschen See mit der Familie
Schaschlick (Spiess aus Schweinefleisch) zu essen. Es war schön die beiden
wieder zu sehen. Gemütlich wars mit der Familie, um das Wodkatrinken kam ich
nicht herum. Nachdem wir auf dem Nachhauseweg bei Anjas Grosstante
noch vorbeischauten, kamen noch zwei Gläser süsser Wein dazu (der leider
ebenfalls gestürzt werden musste) und trotz Protest zwei Gläser Eigenbrandt
(Feuer). Diese feuchtfröhliche Atmosphäre sollte sich die nächten zwei Tage
noch weiterziehen, denn alle wollten der Schweizerin das Wodkatrinken
beibringen. |
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Ajur und Anja konnten sich hingegen meist elegant rausstehlen...
Am nächsten Tag fuhren wir zum Baikal, wobei zweimal angehalten wurde.
Einmal um bei einer heiligen burjatischen Stätte den dortigen Geist um eine
unfallfreie Fahrt zu beten und einmal in der Nähe des Baikals, um seinen
Geist gnädig und freundlich zu stimmen. Eine Goldmünze oder eine ungebrauchte Zigarette wird
gespendet. (Falls es euch interessiert, wer die Burjaten sind, ganz kurz:
Die Burjaten haben stark asiatisch geprägte Gesichter. Sie verbindet eine
nahe Verwandtschaft mit den Mongolen, was sich auch in der sprachlichen Nähe
nachvollziehen lässt. Lange lebten sie in filzgedeckten Jurten nomadisch, in
erster Linie von Viehzucht. Noch heute betreiben sie häufig Viehzucht, neben
Pferden und Kühen werden in erster Linie Schafe gehalten. Auf dem Irkutsker
Markt fällt auf, dass Milchprodukte fast nur von burjatischen Verkäuferinnen
angeboten werden. |
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Der Urglaube ist der Schamanismus, der heute nur noch sehr
begrenzt praktiziert wird. Interessant ist, dass auch die orthodoxen Russen
an den heiligen Stätten kurz anhalten oder zumindest beim Vorbeifahren eine
Münze oder Zigarette aus dem Fenster werfen.) Nach einer schönen Nacht am Lagerfeuer, wieder mit
Schaschlik und Wodka, feierten wir am nächsten Abend bereits mit der Familie
Abschied. Ich ass mich durch alle burjatischen Spezialitäten und musste auf
1000 Sachen trinken. Ungewollt sass ich danach wirklich betrunken im Kino. |
Selenga |
Eine herzliche Verabschiedung und bereits wieder auf
dem Fahrrad in Richtung Selenga-Delta, allerdings nicht auf der Hauptroute,
da ich mir weniger Verkehr erhoffte. Fehlentscheidung. Ein Berg von 1400
Höhenmeter und viel Verkehr. Ein Bauarbeiter, der bereits vor einer
Viertelstunde vorbeigefahren war kam mir plötzlich wieder entgegen und
wendete. Er sei bereits bis ganz oben gefahren, da habe ich ihm so leid
getan, bestimmt sei ich erschöpft. Natürlich konnte ich nicht ablehnen,
obwohl ich gerne selbst gefahren wäre. Eigentlich hatte ich vorgehabt im
Wald zu zelten, jetzt war ich bereits wieder in der Zivilisation. So fuhr
ich noch lange entlang der Selenga in den Abend hinein und beschloss, im
letzten Dorf um Obdach zu beten. Zweite Fehlentscheidung an diesem Tag...Schon beim
Dorfanfang fielen mir die extrem ärmlichen Häuser auf. Ein Auto mit zwei
unangenehmen Gestalten hielt, überall wurde ich ekelhaft unverschämt
angestarrt und angelallt. Ich hielt Ausschau nach einer Frau, doch überall
sassen nur versoffene Männer, Junge und Alte. |
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Sobald ich langsamer fuhr,
kamen sie mir entgegen - schnell weiter... Die letzten Häuser, eine Frau mit
einem Kind stand am Gartenzaun. Etwas verunsichert bremste ich, worauf sie
mich sofort energisch ins Haus bat - ihrem Redeschwall folgte eine
Alkoholfahne. Nun folgte ein Abend, den ich gut und gerne streichen würde.
"Meine Kleine!", entzückte sie sich immer wieder und küsste mein Gesicht.
Ein kleiner Junge starrte mich unentwegt mit offenem Mund an, schmutzig,
kaputt... Das etwa 12jährige Mädchen jedoch machte mir Mut. Sie war soweit
sauber und hatte grosse, kluge Augen, bewegte sich normal, sprach normal...
Sie tat mir so gut. Essen lehnte ich ab, ich hätte bereits gegessen, log
ich. Ueberall sassen die Fliegen und neues Essen bereitete sie in der
schmutzigen, mit Resten verklebten Pfanne zu. Einige Lebensmittel, die ich
von der burjatischen Familie geschenkt bekommen hatte, nahm man gerne an.
Plötzlich wurde die Tür aufgerissen und ein riesiger Mann bäumte sich vor
mir auf. Wilde, stahlblaue Augen starrten mich aus einem von Alkohol und
Wetter gezeichneten Gesicht wütend an. "Wer ist das?! Was macht die da?!"
Die Frau beruhigte abwechselnd ihn und mich, beides gelang ihr anfangs nicht
wirklich. Unentwegt sagte sie: "Hier passiert dir nichts, meine Kleine,
niemand tut dir etwas!" Ich war mir nicht so sicher und kam mir vor wie in
einem schlechten Märchen... Die Situation beruhigte sich und ich legte mich
bald aufs Bett. Es stank nach Urin - abartig. Ganz verkrampft, dass bloss
keine Haut das Bett berührte, versuchte ich zu schlafen. In der Küche wurde
mit weiteren traurigen Gestalten angestossen. Mehrmals wachte ich in dieser
Nacht auf. Einmal deckte sie mich mit dieser wiederwärtigen Decke bis zum
Kinn zu, einmal küsste sie mich erneut ab, jedes Mal wenn die Tür aufging
erwartete ich etwas unangenehmes und mitten in der Nacht tobte draussen der
Hund, man hörte Männerstimmen. Bestimmt wurde gerade mein Fahrrad
mitgenommen - es war noch da am Morgen. Ebenfalls ohne Frühstück fuhr ich
los, bloss weg, weg... Wenn man nur den Kindern helfen könnte. Wie kann man
solche Augen vergessen... |
Baustelle |
Von nun an waren die Begegnungen wieder erfreulich.
Eine Gruppe Bauarbeiter lud mich auf die Baustelle zu Blinee und Tee ein,
welche dort eine ältere Dame zubereitete. Sie kocht dort den ganzen Tag und
wäscht Geschirr, mitten unter Borrergedröhne und Staub, doch die Stimmung
war grossartig. |
Milchlaster |
In Irkutsk wartete Zoja auf mich, damit wir gemeinsam
mit den Enkelkindern an den Baikal fahren konnten und da der Zug erst zwei
Tage später fuhr, beschloss ich per Anhalter nach Irkutsk zu kommen. Leider
fuhren nur wenige Linienbusse und so versuchte ich mein Glück bei einem
Lastwagen. Zusammen mit einem freundlichen Russen und 700l Milch fuhr ich
also nach Hause. |
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Ueberlistet...
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Über den Weg nach Arschan brauche
ich nicht viel zu sagen, schaut selbst…
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Nach 110 km und über 1000 Höhenmeter schlich ich die
letzten 5 km bis endlich das Dorf auftauchte. Am Strassenrand standen Frauen
mit Tafeln und boten Quartiere an. Die dritte war bereit mich zu
beherbergen. Ziemlich schnell wollte sie das Geld sehen. Das Zimmer war
soweit in Ordnung, jedoch sehr kalt und so bat ich sie den Ofen anzuheizen.
Nach dem ersten Versuch stand das Zimmer unter Rauch, so dass ich alles
aufreissen musste und es noch kälter wurde. Noch zweimal musste ich sie
bitten, doch sie brachte es nicht zustande – probierte es auch gar nicht
wirklich. Beim 4. Mal war ich bereits sehr genervt und meinte: „Sie gehen
nicht eher aus diesem Raum, als dass das Feuer nicht brenne!“ „Gleich!“,
meinte sie und ging raus. Ich dachte, um Zündhölzer zu holen, doch sie kam
nicht zurück. Heimlich schloss sie nebenan ihr eigenes Quartier ab und
verschwand. Als ich es merkte konnte ich es kaum glauben – solche
Boshaftigkeit! |
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Wütend überlegte ich, wo ich am nächsten Morgen den Wasserkocher und die
Herdplatte verstecken würde. Dennoch stand mir eine kalte und schlaflose
Nacht bevor. Vielleicht konnte ich ja mit meinem Schlüssel ihre Wohnung
nebenan öffnen – ging natürlich nicht. Doch oft verstecken die Leute den
Schlüssel irgendwo… Blick unter die Blumentöpfe, Griff aufs Regal – Bingo!
Ich schloss auf und legte mich in einem warmen Zimmer in ein bequemes Bett.
Mein Herz hüpfte vor Freude – überlistet! Ich schlief wunderbar… Damit sie
es auch merken würde, ging ich morgens ohne wieder abzuschliessen aus dem
Haus. |
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Danke Baikal!
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BAIKAL – bereits der Klang dieses Wortes löst in mir
so vieles aus, Gefühle, Erinnerungen… Was verbindet mich nicht alles mit
diesem riesigen, unergründlich tiefen See! Letztes Jahr war es sicherlich
etwas Besonderes, den Baikal zu sehen, doch noch war er ein Fremder.
4 Tage verbrachte ich mit Zoja und ihren
Enkelkindern in einem kleinen Ort, der nur per Schiff oder zu Fuss
erreichbar ist. Bolschoje Kotj. Nach beiden Seiten verläuft ein schmaler,
aber guter Fussweg dem Baikal entlang. Alleine kehrte ich an diesen Ort
nochmals zurück, um ein Stück dieses Weges zu begehen, um dem Baikal
Lebewohl zu sagen und ihm zu danken... Ich kniete an seinem Ufer, bewunderte wie schon so oft
seine klare Tiefe, berührte seine Wellen und ein Sturm der Erinnerungen
brach über mich herein. |
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Der Text im Lehrbuch
letztes Jahr, die Legende über die schöne Angara, die dem alten weisen Vater
Baikal davonlief, weil sie sich in den wilden, jungen Fluss Enisej verliebte
und seither als einziger Fluss den Baikal verlässt.
Die Zeit, die ich mit Sarah und Nora dort
verbrachte im letzten Jahr… und vor allem unser Kampf durch die Taiga, um zu
ihm zu gelangen. Noch nie habe ich einen so schweren Weg auf mich
genommen, um jemanden zu treffen… noch selten hat sich ein Weg so gelohnt.
"Zum Glück haben wir die eine Abzweigung verpasst, was hätten wir nicht
alles verpasst", meinte Sasha. Wie recht er hat.
Viele Flüsse, welche ebenfalls auf dem Weg zu ihm
waren, spendeten uns ihr Wasser für Essen und um sich zu waschen.
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Ich dachte daran, wie Sergei uns dank GPS kreuz und
quer durch die Taiga bis an sein Ufer führte - die leuchtenden Augen, als
wir die Taiga vollends hinter uns liessen und in der Ferne den Baikal
erblickten – die Steine, welche wir zu seinen Füssen aufhoben als Erinnerung
(wie als Kind im Tessin) - wie Sasha und Madvej diese auf der Wasserfläche
hüpfen liessen (Lusia muss noch etwas üben); wie ich mich nach vier Tagen
ohne Dusche in seinem eiskalten Wasser wusch, dachte mir bleibt das Herz
stehen; wie Peter grosszügig Wasser zum Kochen holte und jedes Mal bis über
die Knie durchnässt war, da die Wellen so unberechenbar sind; wie Lena
Andrej rügte, als er auf dem Schamanenfels herumkletterte; wie Andrej
unermüdlich sein Fahrrad im See wusch; wie Lera sich auf der Insel von oben
bis unten mit Schlamm beschmierte; wie Maxim liebevoll über ihn
schrieb und wie vor Lusja kein Omul (Fisch der nur im Baikal vorkommt)
sicher war, gebraten oder geräuchert, egal…; wie Zoja an seinem Ufer stand,
die Arme zur Sonne streckte und für eine Weile unansprechbar war.
Immer wieder musste ich lächeln, während Tränen ins Wasser fielen (es ist
trotzdem noch immer ein Süsswassersee).
Danke Baikal – magisches Gewässer - das Lied
deiner Wellen trage ich für immer in meinem Herzen… |
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Zurück
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Moskau – Stadt der Farben, der Lichter, eine Stadt die
nie schläft… Stadt der Träume und Hoffnung… wie viele suchten und suchen
hier ihr Glück… Moskau ist wie ein Magnet, so sagte mir im letzten Jahr ein
Armenier; welcher hier arbeitete. Diese Anziehung ist spürbar und wer sich
für Geschichte und Kultur von Russland interessiert, muss diese Stadt
einfach lieben… Falls ihr es mal nach Moskau schafft, verpasst es nicht euch
spät abends ein Taxi zu mieten und euch kreuz und quer durch die Innenstadt
fahren zu lassen, es ist ein überwältigender Anblick… Bei Piotr, Lusia und
ihrem kleinen Sohn Ilja verbrachte ich die letzten Tage meiner Reise. Am
ersten Abend trafen wir uns alle in einer Bannja, meine letzte für lange
Zeit... und da es in der Bannja sehr wichtig ist zu trinken, waren wir
vorbildlich mit Bier ausgerüstet. Am nächsten Tag spazierten wir lange durch
Selenograd, wo mehr oder weniger alle der Tourengruppe wohnen oder wohnten –
eine sehr grüne und freundliche Stadt, von Moskau aus in 40 Minuten mit der
Elektritschka (Zug) zu erreichen. Die ganze Woche wurde ich von Lusia und
Piotr verköstigt, beherbergt, die Gastfreundschaft war sensationell… Danke!
Vielen, vielen Dank für alles!!! Am Montag
verbrachte ich den vollen Tag damit eine Möglichkeit zu suchen, mit dem
ganzen Bagage nach Hause zu kommen. Mein grösster Wunsch war es, im Zug nach
Hause zu fahren – das Flugzeug schien mir ein zu schneller & krasser
Ausstieg nach so langer Zeit weg von zu Hause. Leider musste ich bald
begreifen, dass mein Wunsch nicht in Erfüllung gehen würde. Ohne Gepäckwagon
und einem Zug, der bis auf den letzten Platz belegt war, war es schlicht ein
Ding der Unmöglichkeit… Den ganzen Tag jagte ich so der Möglichkeit nach,
ein Busunternehmen zu finden, welches nach Deutschland oder in die Schweiz
fahren würde. Leider passten die Daten nicht. So blieb nur noch das
Flugzeug, das Gepäck gab ich als Fracht auf, um den Preis günstiger
zu halten. Zu spät merkte ich, dass ein Flugticket nicht nötig gewesen wäre,
d.h. dass ich das Gepäck hätte aufgeben können und trotzdem mit dem Zug
zurückfahren. Nun ja… Pech.
Die Tage verbrachte ich hauptsächlich in Moskau wo
ich herumspazierte, die berühmte Tretjakowski - Gallery besuchte und
sonstige schöne Plätze und Kirchen besichtigte. Im Gegensatz zu unseren oft
düsteren und bedrückenden Bauten, spürt man dort wirklich die Gegenwart von
etwas Übermächtigem, etwas Heiligem und wesentlich – von etwas Gutem und
nicht Bedrohendem… Die farbigen Bilder, das glänzende Gold, die Mosaike aus
Natursteinen, die gütigen Gesichter der Heiligen, Kunstwerke die zum Glück
zu Stalins Herrschaft nicht alle zerstört oder danach wieder aufgebaut
wurden.
Am Mittwoch dann ein Höhepunkt, viele von uns
trafen sich abends in Moskau in einem kleinen, rauchigen und stimmungsvollen
Kaffee wieder, wo Maksim ein Konzert organisiert hatte. Der witzige, aber
doch eher stille Maksim kam aus sich raus und brachte die Leute zum Tanzen
und Singen… Die Stimmung war super! Von einigen wurde ich ausgequetscht über
meine Reise. Sie kannten mich schon vom Hörensagen und wollten nun wissen,
wie mir Russland gefallen habe, ob ich nicht Angst gehabt habe, ob die Leute
gut seien… Ich konnte von ganzem Herzen schwärmen und ich glaube, es tat
ihnen gut. Besonders in einer Zeit, in der die Welt wieder einmal mit
Fingern auf sie zeigt und Russland erneut als Feindbild gilt… Nach dem Krieg
in Georgien sind viele Russen enttäuscht und verletzt darüber, dass die
ausländische Presse ihnen die ganze Schuld zuschiebt, deshalb wurde ich auch
nicht selten gefragt, ob man bei uns in der Schweiz gleich denke wie in
Amerika… Danach übernachteten wir bei Lusias Schwester Olga, welche sich als
ein absoluter Schatz herausstellte. Sie bekochte uns fantastisch und
erklärte sich auf Lusias Anfrage, mir mit der Gepäckabgabe zu helfen, sofort
als einverstanden. Ich wehrte mich zuerst, sah nicht ein, weshalb eine
fremde Person sich für mich so viel Zeit nehmen sollte, doch ich war im
Nachhinein so froh um sie… Die Gepäckaufgabe dauerte etwa 5 Stunden, doch
nicht weil wir wartend herumstanden, sondern weil wir von Schalter zu
Schalter und zurück und im Zickzack rennen mussten, um irgendwelche
Formulare auszufüllen, da wieder etwas zu unterschreiben, dort einen Stempel
zu holen…Kurz, alleine wäre ich wahrscheinlich bald heulend in einer Ecke
gesessen…
An meinem letzten Abend war das Haus bei Lusia und
Piotr noch einmal voll. Es gab neben einer russischen Spezialität auch ein
Schweizergericht. Fondue!!! Von einigen wurde es geliebt, für Matvejs
Geschmack hatte es hingegen zu wenig Fleisch.
Weinend trennte ich mich am nächsten Tag am
Flughafen von meiner kleinen Familie und landete in kürzester Zeit zurück in
der Schweiz.
Grosses Wiedersehen mit Marco, den ich viereinhalb
Monate nicht mehr gesehen hatte. Das nach Hause kommen fiel mir viel
leichter als beim letzten Mal, als ich von Moskau zurückkam. Wir besuchten
die Familie, Freunde… alles wunderbar. Ich war selbst erstaunt, wie gut
alles ging. Vielleicht war das Rückflugticket (ein Flug hin und zurück war
günstiger als nur einfach) in meiner Tasche daran Schuld... Doch der Termin
rückte näher, von Moskau kamen häufig Mails „wir erwarten dich am 25.
September…“, doch natürlich war ein Zurück ausgeschlossen. Und so kam er
doch noch… der Koller, heftig und zermürbend… |
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Nun habe ich mich wieder gefangen und es wird Zeit,
dass ich ins Arbeitsleben einsteige, wieder als Zahnrad in diesem riesigen
Triebwerk funktioniere, ohne ständig auszubüchsen… Doch die Bilder leben
weiter… Die Abendsonne, die durch die weissen
Stämme der Birken scheint - das Lied des Baikals, mal sanft, mal tosend -
die endlosen, unberührten Wälder und die Flüsse, die sich ihren Weg durch
das Dickicht suchen - die alten Frauen, die am Strassenrand ihre Pilze und
Beeren verkaufen - wie der Zug in Sibirien scheinbar im Nichts anhält und
Frauen und Männer sich mit Körben und Hurten in den Wald machen, um Vorräte
für den Winter zu sammeln - und die vielen Begegnungen mit den Menschen, die
vielen Gespräche… So lange ich das alles nicht mit eigenen Augen sehe
werde ich träumen… Und wer weiss, vielleicht reise ich das nächste Mal nicht
alleine… |
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Für das Erreichen seines persönlichen
Fitnessziels ist es unerlässlich, die richtige Belastungsintensität
festzulegen und diese stetig zu kontrollieren. Das Stichwort heisst:
Herzfrequenzmessgeräte. Diese Pulsmesser gehören im Leistungsport zum
Alltag, aber auch im Breitensport sind sie immer häufiger im Einsatz, ob
beim Walking, Jogging, Biken, usw.
Diese Geräte informieren Sie mit einer hohen Genauigkeit über die
Belastung ihres wichtigsten Muskels - dem Herzen. |
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Die meisten Sportler
kennen das Gefühl, wenn man sich nach einer Trainingseinheit unwohl und
erschöpft fühlt. Mit grosser Wahrscheinlichkeit hat man in der roten Zone,
dass heisst in einem zu hohen Frequenzbereich trainiert. Eine zu hohe
Intensität bringt keine Verbesserung der Kondition, im Gegenteil, sie
kann sogar schädlich sein. Dazu etwas Theorie: |
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Die
Gesundheitszone (50 bis 60% der MHF) |
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Die Gesundheitszone ist
die Zone, in der lange, langsame Ausdauerbelastungen eine wichtige Rolle
spielen. Sie ist unter anderem gedacht für Anfänger, in einem extrem
schlechten konditionellen Zustand oder für jene, die sich einem
Rehabilitationsprogramm unterziehen müssen. |
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Die Fettverbrennungszone
(60 bis 70% der
MHF) |
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In dieser Zone werden
Sie Ihre Körperkonturen verbessern, denn die Kalorien, die Sie in dieser
Trainingszone verbrennen, entstammen vorwiegend Ihrem Körperfett und nicht
den Kohlehydraten. Es bedarf jedoch einer Anpassung des Körpers, der den
optimalen Fettstoffwechsel erlernen muss. |
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Die aerobe Zone
(70 bis 80% der MHF) |
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Ein Training in dieser
Zone verbessert Ihre Ausdauer. Wenn Sie innerhalb dieser Zone trainieren,
verbessern Sie Ihre aerobe Kapazität, die Fähigkeit, Sauerstoff zu den
sportspezifischen Muskeln zu transportieren und Kohlendioxid
abzutransportieren. |
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Die anaerobe
Schwellenzone (80
bis 90% der MHF) |
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Wenn Sie in diesem
Bereich trainieren, ist der primäre Trainingseffekt die Steigerung der
Fähigkeit Ihres Körpers, Milchsäure zu verstoffwechseln. Diese Fähigkeit
ermöglicht es Ihnen, härter zu trainieren, ohne übermässig Laktat zu bilden
und eine Sauerstoffschuld einzugehen, was schmerzhaft sein kann. |
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Die rote Warnzone
(90 bis 100%
der MHF) |
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Sie sollten nur in
dieser Zone trainieren, wenn Sie extrem fit sind! Wenn Sie sich in der roten
Warnzone befinden, haben Sie die anaerobe Schwelle überschritten, und Sie
gehen eine Sauerstoffschuld ein. Das bedeutet, dass ihre Muskeln mehr
Sauerstoff verbrauchen, als Ihr Körper zur Verfügung stellen kann. |
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Die
altersangepasste Herzfrequenzformel |
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Um die persönliche maximale Herzfrequenz zu bestimmen, sind
genaue sportmedizinische Tests zu absolvieren. Es kann aber auch mit einer
so genannten altersangepassten Herzfrequenzformel trainiert werden.
Bei Unsicherheiten besprechen Sie die Trainingsintensität mit Ihrem Arzt. |
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Die Formel für
Herren lautet:
220 – Lebensalter =
maximale Herzfrequenz (MHF) |
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Zonen |
Gesund |
Fett |
Aerob |
Anaerob |
Rote Zone |
| Alter |
50 - 60
% |
60 - 70
% |
70 - 80
% |
80 - 90
% |
90 - 100
% |
| 18 |
101 - 121 |
121 - 141 |
141 - 162 |
162 - 182 |
182 - 202 |
| 20 |
100 - 120 |
120 - 140 |
140 - 160 |
160 - 180 |
180 - 200 |
| 22 |
99 - 119 |
119 - 139 |
139 - 158 |
158 - 178 |
178 - 198 |
| 24 |
98 - 118 |
118 - 137 |
137 - 157 |
157 - 176 |
176 - 196 |
| 26 |
97 - 116 |
116 - 136 |
136 - 155 |
155 - 175 |
175 - 194 |
| 28 |
96 - 115 |
115 - 134 |
134 - 154 |
154 - 173 |
173 - 192 |
| 30 |
95 - 114 |
114 - 133 |
133 - 152 |
152 - 171 |
171 - 190 |
| 32 |
94 - 113 |
113 - 132 |
132 - 150 |
150 - 169 |
169 - 188 |
| 34 |
93 -112 |
112 - 130
|
130 - 149
|
149 - 167
|
167 - 186 |
| 36 |
92 - 110 |
110 - 129 |
129 - 147 |
147 - 166 |
166 - 184 |
| 38 |
91 - 109 |
109 - 127
|
127 - 146
|
146 - 164 |
164 - 182 |
| 40 |
90 - 108 |
108 - 126 |
126 - 144 |
144 - 162 |
162 - 180 |
| 42 |
89 - 107
|
107 - 125 |
125 - 142 |
142 - 160 |
160 - 178 |
| 44 |
88 - 106 |
106 - 123 |
123 - 141 |
141 - 158 |
158 - 176 |
| 46 |
87 - 104 |
104 - 122 |
122 - 139 |
139 - 157 |
157 - 174 |
| 48 |
86 - 103 |
103 - 120 |
120 - 138 |
138 - 155 |
155 - 173 |
| 50 |
85 - 102 |
102 - 119 |
119 - 136 |
136 - 153 |
153 - 170 |
| 52 |
84 - 101 |
101 - 118 |
118 - 134 |
134 - 151 |
151 - 168 |
| 54 |
83 - 100 |
100 - 116 |
116 - 133 |
133 - 149 |
149 -166 |
| 56 |
82 - 98 |
98 - 115 |
115 - 131
|
131 - 148 |
148 - 164 |
| 58 |
81 - 97 |
97 - 113 |
113 - 130 |
130 - 146 |
146 - 162 |
| 60 |
80 - 96 |
96 - 112 |
112 - 128 |
128 - 144 |
144 - 160 |
| 62 |
79 - 95 |
95 - 111 |
111 - 126 |
126 - 142 |
142 - 158 |
| 64 |
78 - 94 |
94 - 109 |
109 - 125 |
125 - 140 |
140 - 156 |
| 66 |
77 - 92 |
92 - 108 |
108 - 123 |
123 - 139 |
139 - 154 |
|
Die Formel für
Frauen lautet:
226 – Lebensalter =
maximale Herzfrequenz (MHF) |
| |
|
Zonen |
Gesund |
Fett |
Aerob |
Anaerob |
Rote Zone |
| Alter |
50 - 60
% |
60 - 70
% |
70 - 80
% |
80 - 90
% |
90 - 100
% |
| 18 |
104 - 125 |
125 - 146 |
146 - 166 |
166 - 187 |
187 - 208 |
| 20 |
100 - 120 |
120 - 140 |
140 - 160 |
160 - 180 |
180 - 200 |
| 22 |
99 - 119 |
119 - 139 |
139 - 158 |
158 - 178 |
178 - 198 |
| 24 |
98 - 118 |
118 - 137 |
137 - 157 |
157 - 176 |
176 - 196 |
| 26 |
97 - 116 |
116 - 136 |
136 - 155 |
155 - 175 |
175 - 194 |
| 28 |
96 - 115 |
115 - 134 |
134 - 154 |
154 - 173 |
173 - 192 |
| 30 |
95 - 114 |
114 - 133 |
133 - 152 |
152 - 171 |
171 - 190 |
| 32 |
94 - 113 |
113 - 132 |
132 - 150 |
150 - 169 |
169 - 188 |
| 34 |
93 - 112 |
112 - 130 |
130 - 149 |
149 - 167 |
167 - 186 |
| 36 |
92 - 110 |
110 - 129 |
129 - 147 |
147 - 166 |
166 - 184 |
| 38 |
91 - 109 |
109 - 127 |
127 - 146 |
146 - 164 |
164 - 182 |
| 40 |
90 - 108 |
108 - 126 |
126 - 144 |
144 - 162 |
162 - 180 |
| 42 |
89 - 107 |
107 - 125 |
125 - 142 |
142 - 160 |
160 - 178 |
| 44 |
88 - 106 |
106 - 123 |
123 - 141 |
141 - 158 |
158 - 176 |
| 46 |
87 - 104 |
104 - 122 |
122 - 139 |
139 - 157 |
157 - 174 |
| 48 |
86 - 103 |
103 - 120 |
120 - 138 |
138 - 155 |
155 - 172 |
| 50 |
85 - 102 |
102 - 119 |
119 - 136 |
136 - 153 |
153 - 170 |
| 52 |
84 - 101 |
101 - 118 |
118 - 134 |
134 - 151 |
151 - 168 |
| 54 |
83 - 100 |
100 - 116 |
116 - 133 |
133 - 149 |
149 - 166 |
| 56 |
82 - 98 |
98 - 115 |
115 - 131 |
131 - 148 |
148 - 164 |
| 58 |
81 - 97 |
97 - 113 |
113 - 130 |
130 - 146 |
146 - 162 |
| 60 |
80 - 96 |
96 - 112 |
112 - 128 |
128 - 144 |
144 - 160 |
| 62 |
79 - 95 |
95 - 111 |
111 - 126 |
126 - 142 |
142 - 158 |
| 64 |
78 - 94 |
94 - 109 |
109 - 125 |
125 - 140 |
140 - 156 |
| 66 |
77 - 92 |
92 - 108 |
108 - 123 |
123 - 139 |
139 - 154 |
Alle Angaben ohne Gewähr!
seit
19.01.2010
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